Sunday, 10 December 2017

Die Mail vom Vergangenheits-Benny

Vor ein paar Tagen hatte ich meinen 30.Geburtstag. Und zu dem habe ich eine Mail von meinem 25jährigen ich bekommen. Irgendwie war ich perplex als ich das gelesen habe, denn ich habe es wirklich vergessen, dass ich mir eine Mail an mein Zukunfts-Ich geschrieben habe. Und irgendwie auch sehr spannend, was sich seit dem verändert hat – und was nicht.

Die Mail, und meine Learnings daraus, will ich nicht vorenthalten:

Hallo 30-jähriger Benny,

nun finde ich endlich ein mal Zeit Dir zu schreiben.

Eigentlich habe ich diese Zeit häufiger, wenn ich ehrlich zu mir bin. Allerdings bin ich meist unter der Woche einfach zu erschöpft um meine Gedanken schweifen zu lassen oder mich mit irgendetwas Schöpferischem zu befassen. Das Einzige, das dann noch geht, ist fernsehen, Internet, Musik hören, und davon zu träumen, diesem Alltag zu entfliehen zumindest die meiste Zeit.

Jetzt aber, direkt nach meinem 3-wöchigen Kanada Urlaub bin ich noch etwas entspannt, und versuche nach dem Geschäft auch wirklich abzuschalten. Habe jetzt auch wieder angefangen ins Fitnessstudio zu gehen (naja war jetzt halt mal, aber morgen früh gehts wieder hin :)). Ich tue alles daran, dass das auch so bleibt. Nächste Woche fange ich meine 30 Tages Challange an, jeden Tag um 6 Uhr aufzustehen. Denn ich habe gelesen: erfolgreiche Menschen sind früher wach :-).

Jedenfalls habe ich mich viel damit beschäftigt, was ich eigentlich von diesem Leben will und ich lege Dir ans Herz, das auch zu tun. Insgesamt geht es mir einfach darum glücklich zu sein. Ich will mein Leben selber in die Hand nehmen, meine eigenen Dinge verfolgen in dem ich mich selbstständig mache und nicht anderen bei Ihren Dingen zu helfen („live your dream, otherwise someone will hire you to build theirs!“), ich will in Ruhe Bücher lesen können, Zeit haben Sport zu machen, ich will Reisen, meinen Tag so gestalten wie ich es will. Ich will lachen, ich will Leute inspirieren, ich will als gutes Beispiel bekannt sein, ich will eine glückliche Person sein, authentisch und ehrlich. Ich will Erfolg nicht an Geld sondern an meiner Zufriedenheit messen. Ich will eine Balance zwischen Anspannung und Entspannung hinkriegen und es mir erlauben können in Muse mich irgendwo für einen Mittag hinzulegen. Ich will mich, meine Persönlichkeit und meine Fähigkeiten weiterentwickeln. Ich will anderen weiterhelfen, sich selber zu entwickeln.

Ich will nicht fremdgetrieben sein, ich will nicht mein Leben einfach im Programm abspielen lassen, jeden Tag dasselbe: Aufstehen, Arbeiten, Heimkommen, Aufstehen, Arbeiten… Wochenende…. Ich will nicht einfach von Urlaub zu Urlaub leben. Ich will, dass mein Leben Urlaub ist.

Tue auch Du das. Mache Dir Gedanken was Du willst. Du darfst nicht zulassen, dass Alltag Dein Leben überschattet, Du gar nicht weisst wofür Du eigentlich lebst, was Du eigentlich erlebt haben willst. Das Leben ist kurz. Gehöre nicht zu denjenigen die mit 70 dasitzen und sich sagen: was ich nicht alles verpasst habe… Dann gibt es nicht mehr viel nachzuholen.

Mir wurde klar, dass ich für das Leben sollte, für das ich mich interessiere und wo meine Werte liegen. Das macht wirklich glücklich.

Da fällt mir ein schöner Spruch ein der es ganz gut trifft:
„Eat less, move more,
buy less, make more,
stress less, laugh more,
feel blessed, love more,
find a quite spot and breathe“.

Mache Dir immer wieder wirklich klar, dass Du sterben wirst. Es kann morgen sein, Dich könnte ein Auto überfahren. Es könnte auch erst in 5 Jahren passieren und Du hast einen Schlaganfall erlitten. Oder Du lebst noch lange und schläfst erst in Ruhe mit 82 Jahren ein. Auf jeden Fall wirst Du sterben. Das ist das Verrückte: wir haben so viel Angst vor allem, dass wir unseren Job verlieren, dass man die Partnerin verliert, dass man sein Geld verlieren könnte, dabei ist das allerschlimmste das einem passieren kann, dass man sein Leben verliert, das man aber sowieso verliert. Deshalb, hab keine Angst – wer oder was soll Dir schon was anhaben?

Hast Du eigentlich inzwischen das Gitarre spielen angefangen? Du hattest immer wieder davon erzählt, wie schön es sei.

Dein 25-jähriges ich,

Bam! Interessante Mail. Was mir positiv aufgefallen ist: Ich mache vieles was ich machen wollte: Ich bin tatsächlich selbstständig, ich mache Sport (seit gut halbem Jahr wieder), lese (seit gut halbem Jahr wieder), und ich stehe bis heute früh auf (man muss wissen, dass ich früher Spätaufsteher war; vor 7 – 8 Uhr unter der Woche ging nix :-)). Cool.

Meine Learnings aus der Mail 

  • Nicht unterschätzen was man erreichen kann: Ich habe unterschätzt, was in 5 Jahren alles passieren kann. Ich bin selbstständig und dass zu 100% und wir sind inzwischen sogar zu fünft, und an der Schwelle zu richtigem Wachstum
  • Challenges können richtig lebensverändernd sein: Ich habe ganz vergessen, dass der Switch vom Spät- zum Frühaufsteher durch ne Challenge kam, und das hat tatsächlich bis heute noch Auswirkungen. Und das Frühaufstehen nutze ich echt produktiv, lange Zeit zum Lesen, zum Meditieren, zum in Ruhe arbeiten, Sport machen… Mal so mal so, nichts wirklich Kontinuierliches, aber: eigentlich immer produktiv
  • viele der Freiheiten, die ich mir wünsche, habe ich noch nicht: Ich kann morgen nicht einfach in den Urlaub gehen und reisen. Und Mittags einfach hinlegen tue ich mich auch nicht. Ehrlich gesagt vermisse ich es auch nicht unbedingt, und ich habe gerade einen viel zu hohen Tatendrang dafür. Aber diese Freiheiten möchte ich in einiger Zeit auch wieder genießen. Denn ich wünsche mir wirklich mehr Zeit einfach nur mal für mich und einfach mal zum Leben genießen. Vielleicht schreib ich das meinem 35jährigen Ich 😀
  • Manche Ziele, Wünsche, Ideen sind Eintagsfliegen: Gitarre habe ich bis heute nicht angefangen zu spielen und ganz ehrlich, gerade übt das kaum noch irgendeinen Reiz aus. Manchmal sind die Ziele, Wünsche und Ideen auch nur Eintagsfliegen
  • Mache den Sport, der wirklich zu Dir passt: Sport und wieder mehr Lesen mache ich gerade seit gut einem halben Jahr. Aber das war in den letzten Jahren ein ewiges auf- und ab. Mal war ich ne Weile im Fitnessstudio. Mal hab ich mich ne Weile im Joggen versucht. Inzwischen mache ich seit einem halben Jahr CrossFit und spüre nicht ansatzweise die Lust das aufzuhören. Vielleicht hat mir bisher immer der Reiz des Neuen gefehlt. Es ist noch zu früh um es als Learning zu bezeichnen, aber es geht wahrscheinlich in die Richtung: „Mache den Sport, der wirklich zu Dir passt“
  • Glaube Dir selber nicht 😉  ich habe meine Geschichte umgedeutet. Innerlich dachte ich immer ich wollte erst gar nicht Selbstständig werden und das hat sich dann erst kurz vor der Selbstständigkeit so richtig rauskristallisiert. Dass das hier (vor 5 Jahren schon!) in so einer Deutlichkeit mir bewusst war, dachte ich nicht. Aber offenbar doch…
  • der Brief erinnert mich daran, dass ich zu meinen Angestelltenzeiten wirklich unglaublich erschöpft und ausgelaugt war (ausgelaugt trifft es sehr gut). Ich weiss noch ganz genau wie sich das angefühlt hat, irgendwie richtig träge und Freitag abends war ich gottfroh dass ich endlich durchschnaufen kann. Das hat sich vollkommen geändert: ja ich bin erschöpft, aber nicht ausgelaugt abends, ich habe trotzdem eine gewisse Energie, und Freitag abend bin ich auch erschöpfter als Montags, aber es ist defintiv anders als früher.

 

April 2017

Monday, 17 April 2017

einfach. machen.

Unser Unternehmens Slogan ist vieles in einem: Team Mantra, Versprechen an unsere Kunden, Appell an einen Selbst, Key Learning auf was es ankommt, nämlich:

„einfach. machen.“

Wir meinen damit viel mehr als Dinge einfach mal anzupacken, es geht uns auch um mehr Einfachheit in unserer komplexen Welt.

Ich habe mich mal mit dem „Anpacken“ auseinandergesetzt und mich gefragt, was einen eigentlich hindert  „einfach mal zu machen“?

Denn ich finde das könnte wir (besonders in Deutschland) viel öfter mal zu Herzen nehmen. Wir brauchen mehr Initiative, mehr Aktivität und mehr Einmischer.

Ich glaube es gibt mindestens diese 3 Hindernisse:

  • keine Ahnung was die Zukunft bringt und trotzdem alles bis ins Detail planen wollen
  • Perfektionismus bzw. die Ausrede, dass man erst noch X oder Y braucht, damit man anfangen kann
  • Angst davor, sich falsch entscheiden zu können

„Mein Leben war voller Probleme, von denen die meisten nicht eintraten.“

Auch wenn wir in unserem StartUp den Anspruch hatten, nicht alles zu überdenken, so hab ich mich doch dabei ertappt, doch wieder zu schauen, dass unser System super für alle möglichsten Anforderung passen wird und alle Unwägbarkeiten auf dem Schirm haben und wir auf jede Frage ne Antwort haben. Habe letztlich Probleme gelöst, die eventuell gar nie auftreten werden. Wozu eigentlich? Wer sagt, dass das alles so bleiben wird? Wer sagt, dass wir auf Anhieb überall richtig liegen, wie unser Produkt eingesetzt wird.

Learning deshalb: Lös die Probleme von heute. Nicht die von morgen! Ignoriere die von morgen sogar, vielleicht ist das einfach vergeudete Zeit. Auch da hilft der Ansatz: „einfach mal machen“ und nicht Detailprobleme lösen, die vielleicht gar keine sind. Mit dem dann gemachten lernt man so viel für alles weitere und darum gehts! Und dass man dann nicht auf jedes Frage eine Antwort hat, damit muss man nun mal umgehen lernen.

Und nicht falsch verstehen: Planung und Durchdenken macht schon Sinn. Nur halt nicht immer. Die Faustregel ist die: je tiefer man in die Zukunft schaut und unter je unsichereren Bedingungen eine Entscheidung getroffen wird, desto nutzloser ist das Durchdenken und Planen.

 

„Es ist besser unvollkommen anzupacken, als perfekt zu zögern“

Oft hält einen der Gedanke zurück, dass man doch noch nicht alles kann oder hat um anfangen können. Das dient dann häufig als Ausrede, um einfach gar nicht anzufangen („erst wenn ich XY kann oder YZ habe, kann ich…“).

Da sage ich: fang lieber an, erzeuge einen ersten kleinen Prototypen bzw. schaffe erste Tatsachen, das motiviert einen selber man verpflichtet sich schon ein wenig auf die Entscheidung, und auf viele Probleme bekommt man dann auf dem Weg die Lösungen, weil man Leute gefunden hat, die das auch toll finden, was man macht oder einfach weil man sich selber Dinge aneignet. Getreu dem Motto: Wer will findet Wege, wer nicht will findet Ausreden. Niemand kann alles. Lieber mit den begrenzten Ressourcen, die man hat, überhaupt starten, als, dass sich das Vorhaben in Luft auflöst.

Wer was ändern will, muss starten, auch wenn er noch nicht vollkommen ist und schon alles hat um zu starten.

„… dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist“ – GWE Hegel

Schockstarre. Nicht entscheiden können. Warten bis das Schlimmste vorüber ist. Lieber den anderen den Vorrang lassen. Das ist das Gegenteil von einfach machen. Es ist gelebte Passivität.

Einfach machen ist das: aktives Entscheiden und Tun, mit voller Übernahme von Verantwortung für die Entscheidung und Mut sie jetzt auch einfach zu treffen. Wir hatten jetzt schon echt viele Situationen, wo die Entscheidung wirklich nicht einfach war und wir ewig mit uns gerungen haben. Oft hat die Diskussion dann so geendet:

Gründer 1: „Sicher?“
Gründer 2: „Ach komm ja, einfach machen!“

Lieber eine vielleicht nicht so tolle Entscheidung getroffen, als gar keine. Und lieber das Wagnis wagen, die Komfortzone verlassen und dazu lernen, als zu hoffen, dass schon alles gut gehen wird und der Bombenhagel uns schon nicht treffen wird. Oft gibt es nun mal nur die Wahl zwischen schlecht oder schlechter und warten macht die Sache nicht besser.

 

Deswegen…

Auf den Punkt gebracht heißt „einfach machen“ also: Mehr Wagnis, Verantwortung übernehmen, Aktivität, keine Ausreden, dass man noch auf X oder Y warten muss.

In diesem Sinne:

Machen ist wie wollen – nur krasser!

Sunday, 09 April 2017

„Everyone thinks of changing the world, but no one thinks of changing himself“ – Leo Tolstoi

Wenn mir jemand die Frage stellen würde, was DAS Thema ist, das mich am meisten interessiert und immer wieder beschäftigt, würde ich wahrscheinlich „Persönlichkeitsentwicklung“ antworten. Es bedeutet für mich meine Träume und Visionen wahr werden zu lassen, ein glückliches Leben zu führen, nie stehen zu bleiben und auch einfach ein guter Mensch zu sein, der (s)einen Sinn im Hier und Jetzt sieht und sein Leben selbst formt und nicht formen lässt. Ich finde: „Entwicklung“ ist Leben. Nicht-Entwickeln heißt stehen-bleiben, heißt in gewisser Weise auch: sterben.

Es ist mit einer der Gründe warum ich Unternehmer bin. Es war die Antwort auf die Frage: „Wie sollte mein Leben optimalerweise aussehen? Wo will ich stehen?“

Ich habe schon 1.000 Bücher dazu verschlungen, zig Videos dazu angesehen, ich habe sogar eine Zeit mal mit einem Coach daran gearbeitet und mit jedem der dafür empfänglich ist, rede ich darüber. Die Bücher die mich am meisten hier beeinflusst haben sind sicherlich:

  • Bücher die ich dem klassischen Persönlichkeitsentwicklung zuordnen würde:
    • simplify your life
    • 7 Wege zur Effektivität
    • Awaken the Giant within
  • Und zig Biografien, insbesondere die von
    • Steve Jobs
    • Richard Branson
    • Götz Werner
    • Elon Musk
    • Reinhold Messner
  • Und Bücher wie
    • Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer
    • Pass auf was Du denkst
    • Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft
    • Finding your element
    • The 4 hour work week
    • The escape manifesto – Quit your corporate job and do something different
    • Work is not a job
    • Steal like an artist
    • Die Macht der Disziplin
    • Emotional Intelligence
    • Raus aus Deiner Komfortzone
    • Connected – Die Macht sozialer Netzwerke

… um nur die guten zu nennen!

Wenn sich die Bücher auf etwas destillieren liesen, dann sind es meiner Meinung nach wesentlich diese „Werkzeuge“, damit man vorankommt. Also seinen Träumen näher kommt. Das sind für mich

  • hilfreiche Überzeugungen erlernen und begrenzende Überzeugungen ablegen
  • positive Gewohnheiten aufbauen und negative ablegen
  • neue (emotionale) Erfahrungen machen (=“raus aus der Komfortzone“)
  • förderliches soziales Umfeld

Es gibt einen Haufen von Büchern bestimmte Kompetenzen und Methoden aufzubauen etc. Die sind richtig und wichtig, aber um sich wirklich nachhaltig und im Kern zu entwickeln, muss man denke ich an diesen Themen arbeiten, denn sie wirken sich auf alles andere aus.

„Niemand kann aus seinem eigenen Selbstbild herauswachsen“ – Die Macht der eigenen Gedanken

Wenn man an einem Punkt arbeiten sollte, dann an diesem: Was denke ich? Welche Denkgewohnheiten habe ich? Was ist mein Gedankengefängnis? Welche Überzeugungen habe ich über mich, über meine Freunde, meine Familie, meine Vergangenheit, die Welt, die Menschen, Mitarbeiter, meine Partnerin?

Ich glaube nicht, dass man nur durch die Überzeugung: „ich schaffe das“ es auf jeden Fall schafft. Aber was ich glaube: wenn Du den Gedanken: „das schaffe ich nicht“ hast, begrenzt Dich dieser Glaube. Denn du ziehst es nicht mal in Erwägung zu probieren. Es ist eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.

Wenn ich glaube „Mitarbeiter sind faul und man muss sie kontrollieren“ dann wird man auch entsprechend handeln und sich in sofern begrenzen, dass man seine wertvolle Zeit mit kontrollieren der Mitarbeiter verbringt, statt sich um wichtigere Themen zu kümmern. Daneben beschert einen der Glaubenssatz Mitarbeiter, die sich auch genauso verhalten werden, wie man es erwartet.

Ich habe schon häufig Leute in ihrem Gedankengefängnis beobachtet und finde es teilweise echt schrecklich zu sehen. Da sind erwachsene Menschen, offensichtlich gefangen in ihrem Glauben.

So ist unser ganzer Entscheidungsfindungsprozess Tag für Tag das Ergebnis von dem was uns im Kopf vor sich geht.

Es ist sicherlich nicht die einfachste Sache die eigenen Glaubenssätze überhaupt erst mal wahrzunehmen, kennenzulernen oder gar diese zu verändern. Aber es gibt Wege und in jedem Fall ist die Entwicklung hilfreicher Glaubenssätze, die einen seinen Träumen näher bringen, einer der mächtigsten Werkzeuge zur Veränderung und Weiterentwicklung. Vielleicht werde ich darüber auch mal einen Blog Post verlieren.

„Motivation is what gets you started, habbit is what keeps you going“ – Die Macht der Gewohnheiten

Die allerwenigsten unserer Handlungen sind bewusst gesteuert, sondern laufen automatisch ab. So gern wir als Menschen uns als verstandsgesteuerte Lebewesen sehen möchten, so wenig hat das mit der Realität zu tun. Wir handeln unterbewusst, einfach weil wir so oder so konditioniert sind oder weil wir das schon immer so gemacht haben.

Gewohnheiten sind gut für uns. Sie reduzieren unsere „Entscheidungs“-Komplexität. Wir müssen dann nicht ständig nachdenken, ob wir dieses oder jenes machen. Wir machen es einfach. Die Macht der Gewohnheit ist also vor allen Dingen die, dass man keine „Entscheidungs“-Energie mehr benötigt, um sich z.B. für den Sport zu entscheiden o.ä. Man muss den Kampf mit dem Schweinehund nicht ständig austragen, sondern nur in der Phase in der die Gewohnheit aufgebaut wird.

Wenn wir an unsere Fahrschulzeit denken, als das Gänge-Schalten, den Schulterblick und die Verkehrszeichen erstmal in die richtige Reihenfolge bringen musste und uns ins Schwitzen brachte, so locker flockig machen wir das heute. Das ist die Macht der Gewohnheit.

Und Gewohnheiten gibt es viele: Sei es immer in das Auto zu steigen, auch wenn es nur 500 m Fußweg wären, sei es, als Belohnung was geiles zum Essen zu machen, sei es abends mit dem Smartphone in der Hand sinnlos im Internet zu verbringen. Solche Dinge laufen unterbewusst ab und sie gibt es zu hauf. Manchmal sind sie förderlich und bringen uns unseren Zielen näher, manchmal nicht.

Genauso wie bei den Glaubenssätzen ist es wichtig überhaupt erstmal seine schlechten Gewohnheiten wahrzunehmen und durch positive zu ersetzen, oder ganz allgemein positive anzufangen.

Auch das entwickeln von Gewohnheiten ist nicht so einfach, jedoch wesentlich einfacher als das Thema Glaubenssätze. Und man hat wesentlich greifbarere Ergebnisse.

„A mind stretched by a new experience can never go back to its old dimensions“ – Die Macht der Erfahrung

Man kann viel aus Büchern lernen. Oder Leute können einem erzählen wie es so ist Unternehmer zu sein oder Papa zu sein. Das echte Lernen findet aber nicht beim Lesen statt, sondern beim erleben.

Ja klar, ich lese in allen Büchern und jeder hat mir gesagt, dass ich als Gründer viele Entscheidungen treffen muss, wo die Sachlage alles andere als einfach oder klar ist. Aber es jetzt zu erleben lässt mich „echt“ lernen. Lehrt mir echte Entscheidungskompetenz. Lehrt mir überhaupt Entscheidungen zu treffen, und zu trennen zwischen „was ist sicher“ und „was ist unsicher“ etc. Ich Nachhinein betrachtet hilft mir das Buch nur wenig.

Echtes, „emotionales“ Lernen um z.B. gute Entscheidungen zu treffen, erlernt man nur wenn man mal die Komfortzone verlässt. Mal was unbequemes macht, mal ein unbequemes Gespräch führt. Mal eine neue Kultur sieht, mal eine neue Sichtweise erkennt, mal nen neuen Job ausprobiert, mal ne zeitlang die andere Hand zum Essen nimmt, mal ins Ausland fährt. Umwege erhöhen nun mal die Ortskenntnis.

Oder wundert es etwa, dass Weltreisende oder Studenten die im Ausland waren, „danach“ ein anderer Mensch sind? Oder ein Weltraumfahrer unser Leben hier auf der Erde anders sieht, als wir, die die Erfahrung aus der Internationalen Raumfahrtstation zu schauen nicht haben?

Das alles bereichert nicht nur unser Leben sondern hilft uns bessere Entscheidungen zu treffen und unseren Erfahrungsschatz zu erweitern und auch scheinbar schwierige Situationen zu meistern. Es hilft alles lesen der Welt nichts, wir müssen schon erleben!

„You cannot hang out with negative people and expect to live a positive life“ – Die Macht des Umfelds

Es gibt Menschen die tun einem gut. Man fühlt sich wohl mit ihnen, sie strahlen etwas Positives aus, sie bringen einen auf positive Gedanken, ermuntern einen seine Träume zu verfolgen. Sie haben eine Lebensbejahende Einstellung und geben der Gesellschaft etwas.

Und es gibt Menschen die tuen einem nicht gut. Man hat ein mulmiges Gefühl mit ihnen, sie strahlen eher Negativität aus und sie lachen über Deine Träume und sind „Naysayer“ („das wird doch nie was“, „ich will keine Veränderung“, „so ein Quatsch!“).

Ich glaube, dass das etwas ist, was wir häufig unterschätzen: die unterbewusste Beeinflussung des Umfelds. Im Buch „Connected“ ist von einigen Studien die Rede, die das belegen:

– Wenn ein Raucher unser Umfeld eintritt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir Rauchen
– unser Einkommen ist ziemlich genau der Durchschnitt der 6 Leute um uns herum mit denen wir am meisten zu tun haben
– wird eine Frau im Umfeld schwanger, steigt die Wahrscheinlichkeit dass andere Frauen im Umfeld schwanger werden
– ein depressives Umfeld führt zu depressiver Eigenstimmung

Wir imitieren unser Umfeld. Wir unterliegen dem Gruppenzwang. Und der kann auch positiv sein. Der Kumpel fängt an Sport zu machen? Gute Idee. Sollte ich auch mal machen. Alle Freunde achten auf die Ernährung: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man das dann auch bald selber tut.

Was lernt man daraus? Was ich im Kern denke, dass man sich vor allen Dingen positiven Leuten umgeben sollte. Leute die einen fördern, fordern, gut drauf sind, die man mag.

Ich sage nicht: Dass man nicht mit Rauchern oder nicht mit depressiven Leuten abhängen sollte usw. Allerdings sollten man schon bewusst schauen, mit wem man sich gerne umgibt und auch bewusst den Kontakt zu diesen Menschen suchen. Denn unser „social screening“ läuft ebenso unterbewusst hab.

Okay, und jetzt?!

Wie oben gesagt, das sind m.E. nur die Werkzeuge, um den eigenen Träumen näher zukommen. Im Wesentlichen muss man auch erstmal wissen, wo es hingehen soll. Vielleicht widme ich mich mal in einem anderen Blog Post diesem Thema. Aber ich musste, auch für mich selber einfach mal aufschreiben, was mir da so im Kopf rumgeistert.

 

Leseempfehlungen:

  • „Die 7 Wege zur Effektivität“ v. Stephen R. Covey,
  • „The Element – How finding your passion changes everything“ v. Ken Robinson,
  • „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ v. Stefan Merath
  • „Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft“

2016

July 2016

Saturday, 30 July 2016

„Na, wie ist’s so?“

Seit gut 4 Monate arbeite ich Vollzeit an meinem StartUp.

Einige alte Kollegen habe ich nun wieder getroffen und fragen nach – und ich selber frage mich: „Na, wie ist’s so?“

Um es in einem Wort zu sagen: fu**** intensiv!

 

Unglaublich lehrreich

Ich lerne so enorm viel. In den letzten Monaten war das in den Bereichen: Überzeugen, gelassen-bleiben, Verträge gestalten, Entscheidungen treffen, das Steuerrecht verstehen, „groß-denken“, mit Stress umgehen, Software-Architektur, „eine GmbH gründen“, Verhandeln, unternehmerisch zu denken, zu führen und zwischen den Zeilen: knallhartes Priorisieren… Ich hatte es schon vorher gewusst, aber jetzt wird es mir es richtig klar: Ein Unternehmen zu gründen und sich dort reinzuhängen ist mindestens so viel Wert wie ein MBA. Und das Schöne dabei, man lernt es auch gleich praktisch, macht Fehler und diese Erfahrungen sitzen.

Umso besser sind die Learnings mit guten Mentoren und Coaches. Ich bin super froh, um die Unterstützung der innoWerft, Techfounders und anderen erfolgreichen Unternehmern in meinem Bekanntenkreis.

Das schätze ich auch sehr: man lernt viele außergewöhnliche Leute kennen. Mir wird immer klarer warum viele erfolgreiche Leute sagen: „Wenn Du der Klügste im Raum bist, bist Du im falschen Raum“.

 

Unglaublich abwechslungsreich

Kein Tag gleicht dem anderen. Am einen sitzt man beim Notar am nächsten auf der Messe, führt „Vorstellungsgespräche“ oder arbeitet mit Jogging Hose auf dem Sofa. Auf die Frage wie sieht unser Alltag aus habe ich gar keine richtige Antwort. Denn jeder Tag ist anders. Das ist schön, aber auch schwierig. Auf jeden Fall reise ich viel mehr. Auch schön, auch anstrengend :-)

Eine interessante Beobachtung finde ich, dass ich Freitag abends noch Energie habe und das obwohl ich mehr arbeite als vorher. Vielleicht ändert sich das noch aber die letzten Wochen fühlte ich mich nie so richtig schlapp, ausser es hat definitiv der Schlaf gefehlt.

Insgesamt verschmelzen privat und geschäftlich gerade ziemlich, was ich grade aber gar nicht so schlimm finde, denn geschäftlich fühlt sich teilweise ja auch recht privat an.

 

Unglaublich schnell

Innerhalb kürzester Zeit ist unser Team gewachsen. Haben 3 Projekte am laufen, sind häufig in Walldorf, häufig in München, häufig auf der Strasse. Die Dinge passieren so schnell, dass man gar keine Zeit hat drüber nachzudenken. Die Arbeitsaufgabe ändert sich: von Coden und Konzeptionieren hin zu kommunizieren, führen und koordinineren. Es gilt schnell zu handeln und seine Rolle stets zu überdenken und der Situation anzupassen. Schnell zu entscheiden, Gas zu geben.

Die Zeit vergeht bis EXIST rum is. Danach sollte ein Investor gefunden sein oder wir „Bootstrappen“ weiter, finanzieren uns also selber aus dem Cash Flow. Das gibt starken Antrieb.

 

Unglaublich einfach sich zu verlieren

Man hat so viele ToDos. So viel was man tun muss, sollte und will. Es ist wunderbar einfach sich im Detail zu verlieren, oder die falschen Sachen zu machen. Man kann den ganzen Tag beschäftigt sein und das Gefühl haben nicht voranzukommen. Knallhartes fokussieren ist unglaublich wichtig und lernt man zwangsweise auch.

 

Blick in die Zukunft

Für mich ist eins klar: in diese Richtung möchte ich. Mir gefällt das unglaublich kreative ein Produkt, ein Geschäftsmodell und eine Firma auf der grünen Wiese hochzuziehen und „Design“-Entscheidungen zu treffen. Neues zu denken, das es noch nicht gibt. Mir gefällt es neue Technologien kennenzulernen und zu überlegen was man daraus machen könnte. Mir gefällt es mit Talenten zu arbeiten, die richtig was auf dem Kasten haben und Bock haben was zu erreichen und voller Lebenslust, Motivation und Antrieb sind. Wo und wie es langfristig weitergeht, kein Plan. Aber: ich bin für mich auf dem richtigen Weg und versuche jetzt erstmal was geiles aus aucobo zu machen.

February 2016

Wednesday, 03 February 2016

„Etwas zu beginnen erfordert Mut – etwas zu beenden noch mehr.“

Vor ein paar Tagen war es soweit: ich kündigte meinen verdammt guten und gut bezahlten Job bei einer der (wenn nicht sogar bei dem) renommiertesten Arbeitgeber in meiner Region. Ich verlasse ein Top Team, super tolle Kollegen und Chefs, wie man sie sich wünscht: unterstützend, fördernd und vertrauensvoll. Auch mein Job war stets fordernd und ich war recht frei in meinen Entscheidungen, wie ich Dinge angehe. Klingt nach: „Besser gehts nicht mehr.“ Oder?

Könnte, sollte, würde,  MACHEN!

Ich sage immer: Mich drückt nichts weg, mich zieht es weg. Ich will das Abenteuer StartUp ausprobieren. Ich will Vollgas geben und mich voll auf unsere Idee konzentrieren können. Ich will mein Traum leben. Ich will Gründer sein: arbeiten wie ich will, wo ich will, wann ich will und mit wem ich will. Für mich ist das ein Lifestyle. Aktiv sein. Sich einbringen. Selbstbestimmt Leben. Individuell sein (dürfen), nicht konform (gehen müssen). Nicht quatschen, machen. Eigener Herr sein. Neue Dinge ausprobieren, leidenschaftlich sein. Schnell sein und seinen eigenen Beitrag sehen. Arbeit und Leben in Einklang bringen (siehe auch Sinn der Arbeit) und für mich ganz persönlich: Meinen Traum Leben!

Vor den 30 wollte ich es probiert haben, mal was eigenes auf die Beine stellen. Und es wurde mir immer klarer, dass ich voll einsteigen will. Jetzt bin ich 28, bekomme 1 Jahr eine EXIST Förderung, d.h. so lang ist für ein monatliches Einkommen gesorgt. Ich bin überstolz, dass ich dank ein motivierendem Umfeld (Danke Michi, Anja, Sven, Sven, Tobi!), durch konsequentes Ziele setzen, durchhalten & wieder aufstehen, schwierige Entscheidungen, lesen & lernen und ausprobieren, an mir selbst arbeiten jetzt da stehe wo ich mir vorgenommen habe zu stehen: 100% an meiner eigenen Idee und meinem eigenen StartUp arbeiten zu dürfen.

Life is, what happens when you leave your comfort zone!

Einer der häufigsten Rückmeldungen, die ich bekomme, ist: „echt cool was du machst. Aber das wäre mir zu riskant“. Und ganz objektiv betrachtet, ist es sicherlich auch riskant. Als ich mit dem Gedanken zu spielen begonnen habe, wegen Selbstständigkeit zu kündigen, dachte ich das auch immer. Und ehrlich: ich sehe das Ganze weiterhin als riskant an.

Aber nach gefühlt 100 Büchern, die alle raten, man solle seine Komfortzone verlassen („Life is, what happens when you leave your comfort zone!“), mehreren positiven Vorbildern in meinem Umfeld und 100 mal worst-case durchdenken komme ich zu dem Schluss: So riskant ist das gar nicht. Denn …

It’s one thing to study war and another to live the warrior’s life.

…ich sehe es so: Das nächste Jahr ist gesichert. Und danach können wir mit unserem StartUp optimalerweise von den Einnahmen leben oder haben uns eine Anschlussfinanzierung gesichert. Oder es war einfach nur ein ereignisreiches, lehrreiches Jahr, das mir Erfahrungen gibt, die ich sonst wohl kaum machen dürfte. Ein Jahr, in dem ich viele viele neue Leute kennenlernen werde, in dem ich definitiv mehr lerne als in einem MBA Studium, eine steilere Lernkurve hinlege, als in den meisten Jobs.

Und das meine ich nicht nur bezogen auf Wissen und Fähigkeiten. Sondern vor allen Dingen mit Emotionen umzugehen: mit Übermut, Niedergeschlagenheit, Ängste zu überwinden, auch mal schwierige Entscheidungen zu treffen, sich stetig selbst zu motivieren. Schon in den letzten Monaten unternehmerisch tätig sein habe ich gemerkt, dass man verdammt viel eben gerade mit Emotionen umzugehen lernt. Denn die Entscheidungen die man im eigenen Start Up trifft haben natürlich eine viel direktere Wirkung auf einen selbst. Man muss lernen, dass Ups schön sind, aber in dieser Stimmung keine übermutigen Bullshit Entscheidungen treffen, nur weil man jetzt denkt die Welt erobern zu können. Man muss lernen dass Downs immer wieder kommen, man alles hinwerfen will, dass man bei Downs sagt: Shit, aber wir müssen das Beste draus machen, lass weitermachen.

Selbst wenn also alles schief geht und wir nach einem Jahr doch kein Erfolg haben und ich dann zu dem Entschluss komme, doch lieber angestellt zu arbeiten, bin ich der festen Überzeugung, dass mir diese Zeit persönlich viel gebracht hat. Ich werde das Wissen, die Fertigkeiten und (emotionale) Erfahrungen ins nächste Projekt einbringen können und vielleicht habe ich auch wieder Lust das als Angestellter zu tun. Ich glaube eher, dass ich dann erst Lunte gerochen habe und dann am nächsten StartUp arbeite oder in einem anderen anfange. Aber: Who knows…

A ship is safe in harbour, but that‘s not what ships are made for.

Ich werde sicherlich das ein oder andere mal meine alte Arbeit und vor allen Dingen die alten Kollegen vermissen. Ich habe wirklich klasse Freundschaften aufbauen dürfen, viele schöne Momente erleben dürfen und einfach die Gemeinschaft genossen. Viele von ihnen, will ich unbedingt nicht aus den Augen verlieren, denn ich bin ja nicht aus der Welt. Meiner Arbeit habe ich vieles zu verdanken und wer weiss: Man sieht sich immer 2 mal :-)

Jetzt schaue ich aber erstmal erwartungsvoll nach vorne und freue mich auf einen neuen spannenden Lebensabschnitt!

 

January 2016

Thursday, 14 January 2016

Was ich die letzten Wochen in meiner (noch jungen) Unternehmer-Karriere gelernt habe

Meine Unternehmer Karriere ist jetzt zwar noch nicht sooo mega alt, aber vielleicht sind ja genau deswegen die Learnings ganz interessant, da quasi „brandneu“.

Unternehmersein heißt: Viele ups- und downs und einfach machen!

Viele Gründer und Unternehmer haben es mir schon gesagt und es steht überall. Als Unternehmer wechseln sich die „alles-saugeil“ (=übertriebene Freude) und die „total-scheiß“-Momente (=übertriebene Depristimmung) ständig ab. Irgendwie wusste ich also, dass das kommt, aber es ist doch nochmal was anderes, wenn man es mal selbst erlebt. Es schafft eine ganz andere „Lernerfahrung“, als es einfach zu lesen oder zu hören. Und die Lernerfahrung ist ganz einfach seine Emotionen besser einzuschätzen.
Learning:
1. Geh durch  die „total-scheiß“-Momente einfach hindurch. Nicht entmutigen lassen, zu sich sagen: okay, dann ist das jetzt halt so. Was machen wir jetzt anders? Wichtig ist nur, das jeweils nicht zu ernst zu nehmen: Downs sind die nicht das Ende.
2. Genieße die Ups, aber bleib auf dem Boden der Tatsachen. Allzu schnell denkt man, dass ja jetzt alle geschafft ist und man jetzt den Durchbruch kurz vor sich hat. Das treibt zwar an, aber besser man checkt nochmal das Gesamtbild.
3. Unternehmersein heißt Achterbahn fahren. Ist halt so. Alles hinwerfen wollen und übermütig sein gehört dazu. Das Leben als Unternehmer ist halt nicht langweilig.

Mach kein Geheimnis aus Deiner Idee!

Das Learning ist zwar schon älter, aber ich merk es immer wieder wenn ich ganz frische Gründer treffe, die mir einfach nicht verraten wollen was ihre Idee ist. Und auch oft wenn ich gefragt werde, höre ich „ja darf ich denn überhaupt von Deiner Idee erfahren“. Am Anfang meiner Unternehmer-Karriere hatte ich damit auch öfter mal mit „Nein“ geantwortet. Vor Angst, dass mir mein Gegenüber meine Idee „klaut“, oder er sie nicht gut findet.
Learning:
Das ist absoluter Bullshit! Aus 2 Gründen:
1. 99,9% der Gegenüber werden die Idee niemals klauen, weil entweder gar nicht selbstständig werden wollen, mit anderen Dingen beschäftigt sind, sich nicht trauen, die Idee gar nicht gut finden oder einfach schlicht treue Seelen sind.
2. Fast immer wurde ich durch Feedback der anderen Person bereichert. Ich habe Schwachstellen in der Idee entdeckt, neue Potenziale entdeckt, einen wertvollen Kontakt vermittelt bekommen, oder gemerkt, dass ich meine Idee anders Pitchen muss, damit sie verständlich rüberkommt. Das hätte ich niemals geschafft, hätte ich meine Idee im stillen Kämmerlein vor mich hinentwickelt und nur mit meinem Mitgründer darübergesprochen. Deswegen: Teile Deine Ideen!
 

Networking, Networking, Networking

Die einzigen 3 Aktivitäten, die man eigentlich ständig machen sollte, sind 3 Dinge: 1. Networking, 2. Networking, 3. Networking. Sprüche wie „No contacts – no contracts!“ oder „Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat.“ sind sowas von wahr. Wie viele Leute ich/Michi schon kennenlernen durfte und wie viel uns die schon vorangebracht haben. Sei es um Rat oder Feedback zu bekommen, potenzielle Partner oder Mitarbeiter zu finden oder simpel auch einfach einen Kunden. Mindestens genauso schön ist es, selber Ratschläge zu teilen und helfen zu können. Erst durch Kontakte entsteht die Musik. Außerdem, macht es einfach Spaß neue, interessante Leute kennenzulerenen – zumindest mir :)
Learning:
Networking, networking, networking!

Mach das was Dich voranbringt

Gerade am Anfang einer neuen Idee hat man einen Haufen an Arbeit drum herum, Gründung, Recht, Steuern, Investoren, ach ja und Produktentwicklung. In der Frühphase hat man vieles im Kopf und will vieles mache. Zu allererst geht es aber darum, eine Idee und ein Konzept zu entwickeln, dass den Markt „outperformed“ und besser als der Wettbewerb ist und das verdammte Produkt einfach mal zu bauen. Bei uns ging mir anfangs zu viel Zeit für „drum-herum“ Sachen bei. Heißt: für Schreiben eines Business Plans, Besuch von Veranstaltungen, die aktuell gar nicht so wichtig sind. Es ist unglaublich schwer, sich auf das wirklich Wichtige zu fokussieren.
Learning:
Knallhart priorisieren. Möglichst nur am aktuellen Engpass arbeiten.

Unternehmersein ist geil

Seit ich an meiner eigenen Idee arbeite, hat sich viel verändert. Arbeit fühlt sich nicht mehr wie Arbeit an. Ich habe eine unheimlich steile Lernkurve, ich lebe intensiver und selbstbestimmter. Und für mich ganz persönlich fühlt es sich einfach richtiger an.
Learning: 
Probiere Dinge einfach aus, sonst kannst Du nicht wissen, ob sie was für Dich sind!

2015

February 2015

Sunday, 22 February 2015

„Man is not the creature of circumstances, circumstances are the creatures of men.“

„Ein Mann klatscht alle zehn Sekunden in die Hände. Nach dem Grund befragt, erklärt er: „Um die Elefanten zu verscheuchen.“ Auf die Bemerkung, dass es hier gar keine Elefanten gibt, antwortet er: „Na, also! Sehen Sie?“ (frei übernommen aus: Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick)

Ich finde es faszinierend wie wir Menschen unsere kleine Welt im Kopf selbst kreieren und der festen Überzeugung sind, dass wir auf jeden Fall mit unserer Sichtweise richtig liegen. Das muss nicht unbedingt immer schlimm sein. Es gibt Überzeugungen, die sind mehr oder minder Wurscht, denn sie haben keinen – oder sagen wir wenig – Einfluss auf unser Leben: Ob Frauen oder doch Männer die besseren Autofahrer sind, ob Brokkoli schmeckt oder nicht. Daran entscheidet sich kein glückliches Leben. Bestimmte Überzeugungen aber haben es in sich und uns sollte klar sein, dass Überzeugungen nicht einfach ein Weltbild sind, sondern genau dieses Weltbild unser Handeln beeinflusst.

Ich persönlich denke an einer grundsätzlichen Überzeugung entscheidet sich ganz besonders, ob man ein glückliches und erfolgreiches Leben hat oder nicht. Und ich denke es gibt zwei sehr griffige Begriffe für die Glückliche und die Unglückliche Spezies unter uns.

„If you think you can do it or if you think you can’t: You are right“

Erst zur Unglücklichen. Ich nenne Sie die „Opfer“.

Sie nehmen Ihre Umwelt als Risiko wahr. Die Ursache für Ihre Misere liegt überall, aber niemals bei Ihnen. Sie sagen, sie haben keine Zeit. Sie sagen, sie haben kein Geld. Sie sagen, sie können es nicht, und sie sagen, sie werden es nie können, denn sie haben kein Talent. Sie sagen, überall klappt es, aber nie bei mir. Sie warten auf die Beförderung. Sie übernehmen keine Verantwortung über ihr Leben. Sie nörgeln und lamentieren – verändern tun sie aber nichts. Sie lassen sich treiben, wohin sie die Umwelt treibt. Das bestätigt sie nur noch mehr in Ihrem Weltbild, dass sie immer das Opfer sind. Später sagen sie, sie hatten nie Geld zu reisen, dann kamen die Kinder, da hatten sie keine Zeit, ja und jetzt sind sie alt, da haben sie keine Energie mehr.

Dann gibt es noch die Glückliche, erfolgreiche Spezies. Ich nenne Sie die „Gestalter“.

Sie nehmen Ihre Umwelt als Chance wahr. Sie überlegen, wie Sie zu einem Problem beigetragen haben und versuchen diesen Grund bei sich zu verändern. Sie sagen, sie lassen nun andere Dinge liegen, damit sie genug Zeit finden. Sie sagen, sie versuchen es ohne Geld oder das Geld aufzutreiben. Sie sagen, sie können, und wenn sie merken, dass sie etwas nicht können, denken sie: „Dann bringe ich es mir eben bei“. Sie warten nicht auf den Traumjob, sie schaffen ihn sich selbst oder holen ihn sich, statt auf die Gnade des Chefs zu warten. Sie übernehmen Verantwortung für ihr Leben. Sie nörgeln und lamentieren – und verändern die Dinge, die sie stören. Später müssen sie sich von den „Opfern“ vorwerfen lassen, dass sie Glück gehabt hatten, dass sie ja genügend Zeit hatten und sie ja auch genügend Geld auftreiben konnten. Die Opfer hätten das auch gekonnt, wenn sie nur die Mittel gehabt hätten.

Der Wesentliche Unterschied zwischen Opfern und Gestalter ist im Wesentlichen eines: Ihr Weltbild. Die Überzeugung eines Opfers lautet: „Ich kann doch eh nichts ändern“. Der Glaubenssatz eines Gestalters lautet: „Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich“. Dieser Glaubenssatz ist wie eine Filter auf die Welt, mit der wir die Geschehnisse so wahrnehmen, wie wir es gemäß dieser Überzeugung interpretieren.

Der Spruch „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“ trifft es ziemlich gut. Beide nehmen den Wind wahr, der eine sieht es aber als Bedrohung und baut eine Mauer, der andere sieht eine Chance und baut eine Windmühle.

„Never put the key to your happiness into someone else’s pocket“

Wir leben nur einmal. Und für dieses einmal müssen wir die Verantwortung selbst übernehmen und diese niemanden anders zustecken. Man kann Dinge ändern. Man muss nicht in Job XYZ bleiben. Nein, man ist nicht zu jung, zu alt um zu reisen. Nein, man kann sich die Zeit nehmen.

„Sei stärker als Deine Ausreden“ 

Ich denke es benötigt 3 Dinge, um Gestalter zu sein: Mut, Ehrlichkeit zu sich selbst und die klare Überzeugung, dass nur man selbst für sich, seine Gefühle, seine berufliche, soziale, finanzielle etc. Situation verantwortlich ist.
Es benötigt Mut, denn Gestalter zu sein, bedeutet Entscheidungen zu treffen und nicht, zu warten bis sich die Situation mal von selbst klärt. Es benötigt Mut, denn es bedeutet häufig, auch nicht unbedingt das zu tun, was jeder tut, sondern zu seinen eigenen Überzeugungen und Wünschen zu stehen.
Es benötigt Ehrlichkeit zu sich selbst, denn wir bleiben nur allzugern in der eigenen Komfortzone und reden uns ein, dass es doch da auch schön kuschelig ist. Na klar wäre es jetzt cool, hier eine Rede zu halten. Aber das könnte ja auch schief gehen. Na klar wäre es cool, eine Weltreise zu machen, aber ich kann doch hier nicht einfach gehen. Na klar wäre es cool von überall aus zu arbeiten, aber… Aber, aber, aber. Allzu gerne legen wir uns mit Ausreden die Situation zurecht und hören nicht auf unsere innere Stimme.
Und es benötigt die klare Überzeugung für sich selbst verantwortlich zu sein, denn wir selbst sind die einzige Person, die uns definitiv bis zum Tod begleiten wird.
Ich denke diese 3 Zutaten braucht es und dann wird auch dieser Spruch wahr:
„People Will Always Tell You You Can’t. You Just Smile And Say, „Watch Me““

„Je traivail pour acheter une voiture. J’achète ma voiture pour aller travailler“

Warum arbeiten wir? Warum arbeitest Du? Es lohnt sich einmal über den Gedanken eines regelmäßigen Einkommens hinaus, nachzudenken, warum wir eigentlich – Tag für Tag – arbeiten.

Arbeitszeit ist Lebenszeit

Immerhin verbringen wir einen Großteil unseres Lebens mit Arbeiten. Wir arbeiten mehr, als wir Zeit im „Urlaub“ verbringen. Wir verbringen mehr Zeit mit Arbeitskollegen, als mit Freunden. Arbeitszeit ist Lebenszeit. Arbeit prägt einen, bestimmt mit welchen Leuten man zu tun hat, mit welchen Themen man sich befasst, bestimmt auch einen Großteil darüber, wie glücklich unser Leben verläuft. Es ist eines der wichtigsten Lebensbereiche. Umso wichtiger ist die Entscheidung darüber, was wir arbeiten und wie wir arbeiten.

„Scheiß Montag“

Wenn ich mich umhöre was Arbeit für viele bedeutet, so bedeutet Arbeit für viele Mittel zum Zweck. Muss halt gemacht werden, um Geld zu verdienen. Das eigentliche Leben beginnt danach. Nach der Stempeluhr. Am Wochenende. „Scheiß Montag, da gehts wieder arbeiten.“ Arbeit wird vom eigentlichen Leben getrennt. Deshalb gibt es die Kategorie „Arbeit“. Das ist der Teil, der fremdbestimmt ist, der den man tun muss, um zu Leben. Die Agenda schreiben hier andere.

Und es gibt die Kategorie „Leben“. Hier ist man frei (= Freizeit), hier hat man den Spaß, hier darf man tun und lassen was man will. Hier schreibt keiner einem was vor.

Diese Trennung verstehe ich nicht und ergibt für mich keinen Sinn. Warum sollten man einen so wichtigen Teil des Lebens so betrachten, als sei es kein Bestandteil davon? Warum sollte jeder Montag in unserem Leben ein schlechterer Tag sein, als die anderen Wochentage?

„Mondays aren’t so bad, it’s your job that sucks!“

Ich finde, Arbeit sollte nicht im Konflikt mit dem Leben stehen und daher in eine Balance gebracht werden müssen (Work-Life-Balance), sondern in Harmonie gebracht werden. Arbeit muss zu einem passen. Sie muss für einen Sinn ergeben. Muss mit eigenen Werten übereinstimmen, mit eigenen Wünschen und Träumen. So lebt man authentisch und verbringt sein Leben mit den eigenen Themen – nicht denen anderer.

Was willst Du überhaupt?

Um eine Harmonie zwischen dem eigenen Leben und der Arbeit herzustellen, muss man natürlich erstmal wissen, was man vom Leben will. Was machen wir gerne? Woraus soll unser Leben bestehen? Was ist das Motto unseres Lebens und wie sollte daher unsere Arbeit aussehen? Es geht darum, erst einmal herauszufinden, wie man tickt, was einem wichtig ist, was die Werte und Motivatoren sind, die einen antreiben. Erst dann kann man die Suche nach der richtigen Arbeit angehen.

Sehr erhellend finde ich die Frage, was wir machen würden, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Wie sähe unser Leben, unsere Arbeit dann aus? Wie würden wir unseren Tag dann gestalten? Was wäre, wenn es keine Rolle spielt, was andere von einem denken, sei es Familie, seien es Freunde oder die Gesellschaft? Was würden wir dann tun?

Wenn ich diese Überlegungen mit anderen anstellen, kommen häufig höchst interessante Lebensentwürfe heraus, die meist nur wenig mit dem eigentlichen Leben dieser Person zusammenhängt. Ein häufiger Grund die Überlegungen bzw. diese Lebensträume nicht zu verfolgen, dass sei zu naiv oder gar nicht möglich. Ich bin der festen Überzeugung: „Es ist nicht naiv zu glauben, man können tun, was man liebt. Es ist naiv zu glauben, es würde uns retten, es nicht zu tun.“ (Catharina Bruns aus „Work is not a job“)

Gute Literatur oder weiterführende Infos hierzu:
– Work is not a job – Catharina Bruns
– Hört auf zu arbeiten – Anja Förster, Peter Kreuz
What if money was no object?