Saturday, 30 July 2016

“Na, wie ist’s so?”

Seit gut 4 Monate arbeite ich Vollzeit an meinem StartUp.

Einige alte Kollegen habe ich nun wieder getroffen und fragen nach – und ich selber frage mich: “Na, wie ist’s so?”

Um es in einem Wort zu sagen: fu**** intensiv!

 

Unglaublich lehrreich

Ich lerne so enorm viel. In den letzten Monaten war das in den Bereichen: Überzeugen, gelassen-bleiben, Verträge gestalten, Entscheidungen treffen, das Steuerrecht verstehen, “groß-denken”, mit Stress umgehen, Software-Architektur, “eine GmbH gründen”, Verhandeln, unternehmerisch zu denken, zu führen und zwischen den Zeilen: knallhartes Priorisieren… Ich hatte es schon vorher gewusst, aber jetzt wird es mir es richtig klar: Ein Unternehmen zu gründen und sich dort reinzuhängen ist mindestens so viel Wert wie ein MBA. Und das Schöne dabei, man lernt es auch gleich praktisch, macht Fehler und diese Erfahrungen sitzen.

Umso besser sind die Learnings mit guten Mentoren und Coaches. Ich bin super froh, um die Unterstützung der innoWerft, Techfounders und anderen erfolgreichen Unternehmern in meinem Bekanntenkreis.

Das schätze ich auch sehr: man lernt viele außergewöhnliche Leute kennen. Mir wird immer klarer warum viele erfolgreiche Leute sagen: “Wenn Du der Klügste im Raum bist, bist Du im falschen Raum”.

 

Unglaublich abwechslungsreich

Kein Tag gleicht dem anderen. Am einen sitzt man beim Notar am nächsten auf der Messe, führt “Vorstellungsgespräche” oder arbeitet mit Jogging Hose auf dem Sofa. Auf die Frage wie sieht unser Alltag aus habe ich gar keine richtige Antwort. Denn jeder Tag ist anders. Das ist schön, aber auch schwierig. Auf jeden Fall reise ich viel mehr. Auch schön, auch anstrengend :-)

Eine interessante Beobachtung finde ich, dass ich Freitag abends noch Energie habe und das obwohl ich mehr arbeite als vorher. Vielleicht ändert sich das noch aber die letzten Wochen fühlte ich mich nie so richtig schlapp, ausser es hat definitiv der Schlaf gefehlt.

Insgesamt verschmelzen privat und geschäftlich gerade ziemlich, was ich grade aber gar nicht so schlimm finde, denn geschäftlich fühlt sich teilweise ja auch recht privat an.

 

Unglaublich schnell

Innerhalb kürzester Zeit ist unser Team gewachsen. Haben 3 Projekte am laufen, sind häufig in Walldorf, häufig in München, häufig auf der Strasse. Die Dinge passieren so schnell, dass man gar keine Zeit hat drüber nachzudenken. Die Arbeitsaufgabe ändert sich: von Coden und Konzeptionieren hin zu kommunizieren, führen und koordinineren. Es gilt schnell zu handeln und seine Rolle stets zu überdenken und der Situation anzupassen. Schnell zu entscheiden, Gas zu geben.

Die Zeit vergeht bis EXIST rum is. Danach sollte ein Investor gefunden sein oder wir “Bootstrappen” weiter, finanzieren uns also selber aus dem Cash Flow. Das gibt starken Antrieb.

 

Unglaublich einfach sich zu verlieren

Man hat so viele ToDos. So viel was man tun muss, sollte und will. Es ist wunderbar einfach sich im Detail zu verlieren, oder die falschen Sachen zu machen. Man kann den ganzen Tag beschäftigt sein und das Gefühl haben nicht voranzukommen. Knallhartes fokussieren ist unglaublich wichtig und lernt man zwangsweise auch.

 

Blick in die Zukunft

Für mich ist eins klar: in diese Richtung möchte ich. Mir gefällt das unglaublich kreative ein Produkt, ein Geschäftsmodell und eine Firma auf der grünen Wiese hochzuziehen und “Design”-Entscheidungen zu treffen. Neues zu denken, das es noch nicht gibt. Mir gefällt es neue Technologien kennenzulernen und zu überlegen was man daraus machen könnte. Mir gefällt es mit Talenten zu arbeiten, die richtig was auf dem Kasten haben und Bock haben was zu erreichen und voller Lebenslust, Motivation und Antrieb sind. Wo und wie es langfristig weitergeht, kein Plan. Aber: ich bin für mich auf dem richtigen Weg und versuche jetzt erstmal was geiles aus aucobo zu machen.

February 2016

Wednesday, 03 February 2016

“Etwas zu beginnen erfordert Mut – etwas zu beenden noch mehr.”

Vor ein paar Tagen war es soweit: ich kündigte meinen verdammt guten und gut bezahlten Job bei einer der (wenn nicht sogar bei dem) renommiertesten Arbeitgeber in meiner Region. Ich verlasse ein Top Team, super tolle Kollegen und Chefs, wie man sie sich wünscht: unterstützend, fördernd und vertrauensvoll. Auch mein Job war stets fordernd und ich war recht frei in meinen Entscheidungen, wie ich Dinge angehe. Klingt nach: “Besser gehts nicht mehr.” Oder?

Könnte, sollte, würde,  MACHEN!

Ich sage immer: Mich drückt nichts weg, mich zieht es weg. Ich will das Abenteuer StartUp ausprobieren. Ich will Vollgas geben und mich voll auf unsere Idee konzentrieren können. Ich will mein Traum leben. Ich will Gründer sein: arbeiten wie ich will, wo ich will, wann ich will und mit wem ich will. Für mich ist das ein Lifestyle. Aktiv sein. Sich einbringen. Selbstbestimmt Leben. Individuell sein (dürfen), nicht konform (gehen müssen). Nicht quatschen, machen. Eigener Herr sein. Neue Dinge ausprobieren, leidenschaftlich sein. Schnell sein und seinen eigenen Beitrag sehen. Arbeit und Leben in Einklang bringen (siehe auch Sinn der Arbeit) und für mich ganz persönlich: Meinen Traum Leben!

Vor den 30 wollte ich es probiert haben, mal was eigenes auf die Beine stellen. Und es wurde mir immer klarer, dass ich voll einsteigen will. Jetzt bin ich 28, bekomme 1 Jahr eine EXIST Förderung, d.h. so lang ist für ein monatliches Einkommen gesorgt. Ich bin überstolz, dass ich dank ein motivierendem Umfeld (Danke Michi, Anja, Sven, Sven, Tobi!), durch konsequentes Ziele setzen, durchhalten & wieder aufstehen, schwierige Entscheidungen, lesen & lernen und ausprobieren, an mir selbst arbeiten jetzt da stehe wo ich mir vorgenommen habe zu stehen: 100% an meiner eigenen Idee und meinem eigenen StartUp arbeiten zu dürfen.

Life is, what happens when you leave your comfort zone!

Einer der häufigsten Rückmeldungen, die ich bekomme, ist: “echt cool was du machst. Aber das wäre mir zu riskant”. Und ganz objektiv betrachtet, ist es sicherlich auch riskant. Als ich mit dem Gedanken zu spielen begonnen habe, wegen Selbstständigkeit zu kündigen, dachte ich das auch immer. Und ehrlich: ich sehe das Ganze weiterhin als riskant an.

Aber nach gefühlt 100 Büchern, die alle raten, man solle seine Komfortzone verlassen (“Life is, what happens when you leave your comfort zone!”), mehreren positiven Vorbildern in meinem Umfeld und 100 mal worst-case durchdenken komme ich zu dem Schluss: So riskant ist das gar nicht. Denn …

It’s one thing to study war and another to live the warrior’s life.

…ich sehe es so: Das nächste Jahr ist gesichert. Und danach können wir mit unserem StartUp optimalerweise von den Einnahmen leben oder haben uns eine Anschlussfinanzierung gesichert. Oder es war einfach nur ein ereignisreiches, lehrreiches Jahr, das mir Erfahrungen gibt, die ich sonst wohl kaum machen dürfte. Ein Jahr, in dem ich viele viele neue Leute kennenlernen werde, in dem ich definitiv mehr lerne als in einem MBA Studium, eine steilere Lernkurve hinlege, als in den meisten Jobs.

Und das meine ich nicht nur bezogen auf Wissen und Fähigkeiten. Sondern vor allen Dingen mit Emotionen umzugehen: mit Übermut, Niedergeschlagenheit, Ängste zu überwinden, auch mal schwierige Entscheidungen zu treffen, sich stetig selbst zu motivieren. Schon in den letzten Monaten unternehmerisch tätig sein habe ich gemerkt, dass man verdammt viel eben gerade mit Emotionen umzugehen lernt. Denn die Entscheidungen die man im eigenen Start Up trifft haben natürlich eine viel direktere Wirkung auf einen selbst. Man muss lernen, dass Ups schön sind, aber in dieser Stimmung keine übermutigen Bullshit Entscheidungen treffen, nur weil man jetzt denkt die Welt erobern zu können. Man muss lernen dass Downs immer wieder kommen, man alles hinwerfen will, dass man bei Downs sagt: Shit, aber wir müssen das Beste draus machen, lass weitermachen.

Selbst wenn also alles schief geht und wir nach einem Jahr doch kein Erfolg haben und ich dann zu dem Entschluss komme, doch lieber angestellt zu arbeiten, bin ich der festen Überzeugung, dass mir diese Zeit persönlich viel gebracht hat. Ich werde das Wissen, die Fertigkeiten und (emotionale) Erfahrungen ins nächste Projekt einbringen können und vielleicht habe ich auch wieder Lust das als Angestellter zu tun. Ich glaube eher, dass ich dann erst Lunte gerochen habe und dann am nächsten StartUp arbeite oder in einem anderen anfange. Aber: Who knows…

A ship is safe in harbour, but that‘s not what ships are made for.

Ich werde sicherlich das ein oder andere mal meine alte Arbeit und vor allen Dingen die alten Kollegen vermissen. Ich habe wirklich klasse Freundschaften aufbauen dürfen, viele schöne Momente erleben dürfen und einfach die Gemeinschaft genossen. Viele von ihnen, will ich unbedingt nicht aus den Augen verlieren, denn ich bin ja nicht aus der Welt. Meiner Arbeit habe ich vieles zu verdanken und wer weiss: Man sieht sich immer 2 mal :-)

Jetzt schaue ich aber erstmal erwartungsvoll nach vorne und freue mich auf einen neuen spannenden Lebensabschnitt!

 

January 2016

Thursday, 14 January 2016

Was ich die letzten Wochen in meiner (noch jungen) Unternehmer-Karriere gelernt habe

Meine Unternehmer Karriere ist jetzt zwar noch nicht sooo mega alt, aber vielleicht sind ja genau deswegen die Learnings ganz interessant, da quasi “brandneu”.

Unternehmersein heißt: Viele ups- und downs und einfach machen!

Viele Gründer und Unternehmer haben es mir schon gesagt und es steht überall. Als Unternehmer wechseln sich die “alles-saugeil” (=übertriebene Freude) und die “total-scheiß”-Momente (=übertriebene Depristimmung) ständig ab. Irgendwie wusste ich also, dass das kommt, aber es ist doch nochmal was anderes, wenn man es mal selbst erlebt. Es schafft eine ganz andere “Lernerfahrung”, als es einfach zu lesen oder zu hören. Und die Lernerfahrung ist ganz einfach seine Emotionen besser einzuschätzen.
Learning:
1. Geh durch  die “total-scheiß”-Momente einfach hindurch. Nicht entmutigen lassen, zu sich sagen: okay, dann ist das jetzt halt so. Was machen wir jetzt anders? Wichtig ist nur, das jeweils nicht zu ernst zu nehmen: Downs sind die nicht das Ende.
2. Genieße die Ups, aber bleib auf dem Boden der Tatsachen. Allzu schnell denkt man, dass ja jetzt alle geschafft ist und man jetzt den Durchbruch kurz vor sich hat. Das treibt zwar an, aber besser man checkt nochmal das Gesamtbild.
3. Unternehmersein heißt Achterbahn fahren. Ist halt so. Alles hinwerfen wollen und übermütig sein gehört dazu. Das Leben als Unternehmer ist halt nicht langweilig.

Mach kein Geheimnis aus Deiner Idee!

Das Learning ist zwar schon älter, aber ich merk es immer wieder wenn ich ganz frische Gründer treffe, die mir einfach nicht verraten wollen was ihre Idee ist. Und auch oft wenn ich gefragt werde, höre ich “ja darf ich denn überhaupt von Deiner Idee erfahren”. Am Anfang meiner Unternehmer-Karriere hatte ich damit auch öfter mal mit “Nein” geantwortet. Vor Angst, dass mir mein Gegenüber meine Idee “klaut”, oder er sie nicht gut findet.
Learning:
Das ist absoluter Bullshit! Aus 2 Gründen:
1. 99,9% der Gegenüber werden die Idee niemals klauen, weil entweder gar nicht selbstständig werden wollen, mit anderen Dingen beschäftigt sind, sich nicht trauen, die Idee gar nicht gut finden oder einfach schlicht treue Seelen sind.
2. Fast immer wurde ich durch Feedback der anderen Person bereichert. Ich habe Schwachstellen in der Idee entdeckt, neue Potenziale entdeckt, einen wertvollen Kontakt vermittelt bekommen, oder gemerkt, dass ich meine Idee anders Pitchen muss, damit sie verständlich rüberkommt. Das hätte ich niemals geschafft, hätte ich meine Idee im stillen Kämmerlein vor mich hinentwickelt und nur mit meinem Mitgründer darübergesprochen. Deswegen: Teile Deine Ideen!
 

Networking, Networking, Networking

Die einzigen 3 Aktivitäten, die man eigentlich ständig machen sollte, sind 3 Dinge: 1. Networking, 2. Networking, 3. Networking. Sprüche wie “No contacts – no contracts!” oder “Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat.” sind sowas von wahr. Wie viele Leute ich/Michi schon kennenlernen durfte und wie viel uns die schon vorangebracht haben. Sei es um Rat oder Feedback zu bekommen, potenzielle Partner oder Mitarbeiter zu finden oder simpel auch einfach einen Kunden. Mindestens genauso schön ist es, selber Ratschläge zu teilen und helfen zu können. Erst durch Kontakte entsteht die Musik. Außerdem, macht es einfach Spaß neue, interessante Leute kennenzulerenen – zumindest mir :)
Learning:
Networking, networking, networking!

Mach das was Dich voranbringt

Gerade am Anfang einer neuen Idee hat man einen Haufen an Arbeit drum herum, Gründung, Recht, Steuern, Investoren, ach ja und Produktentwicklung. In der Frühphase hat man vieles im Kopf und will vieles mache. Zu allererst geht es aber darum, eine Idee und ein Konzept zu entwickeln, dass den Markt “outperformed” und besser als der Wettbewerb ist und das verdammte Produkt einfach mal zu bauen. Bei uns ging mir anfangs zu viel Zeit für “drum-herum” Sachen bei. Heißt: für Schreiben eines Business Plans, Besuch von Veranstaltungen, die aktuell gar nicht so wichtig sind. Es ist unglaublich schwer, sich auf das wirklich Wichtige zu fokussieren.
Learning:
Knallhart priorisieren. Möglichst nur am aktuellen Engpass arbeiten.

Unternehmersein ist geil

Seit ich an meiner eigenen Idee arbeite, hat sich viel verändert. Arbeit fühlt sich nicht mehr wie Arbeit an. Ich habe eine unheimlich steile Lernkurve, ich lebe intensiver und selbstbestimmter. Und für mich ganz persönlich fühlt es sich einfach richtiger an.
Learning: 
Probiere Dinge einfach aus, sonst kannst Du nicht wissen, ob sie was für Dich sind!

2015

February 2015

Sunday, 22 February 2015

“Man is not the creature of circumstances, circumstances are the creatures of men.”

“Ein Mann klatscht alle zehn Sekunden in die Hände. Nach dem Grund befragt, erklärt er: „Um die Elefanten zu verscheuchen.“ Auf die Bemerkung, dass es hier gar keine Elefanten gibt, antwortet er: „Na, also! Sehen Sie?“ (frei übernommen aus: Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick)

Ich finde es faszinierend wie wir Menschen unsere kleine Welt im Kopf selbst kreieren und der festen Überzeugung sind, dass wir auf jeden Fall mit unserer Sichtweise richtig liegen. Das muss nicht unbedingt immer schlimm sein. Es gibt Überzeugungen, die sind mehr oder minder Wurscht, denn sie haben keinen – oder sagen wir wenig – Einfluss auf unser Leben: Ob Frauen oder doch Männer die besseren Autofahrer sind, ob Brokkoli schmeckt oder nicht. Daran entscheidet sich kein glückliches Leben. Bestimmte Überzeugungen aber haben es in sich und uns sollte klar sein, dass Überzeugungen nicht einfach ein Weltbild sind, sondern genau dieses Weltbild unser Handeln beeinflusst.

Ich persönlich denke an einer grundsätzlichen Überzeugung entscheidet sich ganz besonders, ob man ein glückliches und erfolgreiches Leben hat oder nicht. Und ich denke es gibt zwei sehr griffige Begriffe für die Glückliche und die Unglückliche Spezies unter uns.

„If you think you can do it or if you think you can’t: You are right”

Erst zur Unglücklichen. Ich nenne Sie die „Opfer“.

Sie nehmen Ihre Umwelt als Risiko wahr. Die Ursache für Ihre Misere liegt überall, aber niemals bei Ihnen. Sie sagen, sie haben keine Zeit. Sie sagen, sie haben kein Geld. Sie sagen, sie können es nicht, und sie sagen, sie werden es nie können, denn sie haben kein Talent. Sie sagen, überall klappt es, aber nie bei mir. Sie warten auf die Beförderung. Sie übernehmen keine Verantwortung über ihr Leben. Sie nörgeln und lamentieren – verändern tun sie aber nichts. Sie lassen sich treiben, wohin sie die Umwelt treibt. Das bestätigt sie nur noch mehr in Ihrem Weltbild, dass sie immer das Opfer sind. Später sagen sie, sie hatten nie Geld zu reisen, dann kamen die Kinder, da hatten sie keine Zeit, ja und jetzt sind sie alt, da haben sie keine Energie mehr.

Dann gibt es noch die Glückliche, erfolgreiche Spezies. Ich nenne Sie die „Gestalter“.

Sie nehmen Ihre Umwelt als Chance wahr. Sie überlegen, wie Sie zu einem Problem beigetragen haben und versuchen diesen Grund bei sich zu verändern. Sie sagen, sie lassen nun andere Dinge liegen, damit sie genug Zeit finden. Sie sagen, sie versuchen es ohne Geld oder das Geld aufzutreiben. Sie sagen, sie können, und wenn sie merken, dass sie etwas nicht können, denken sie: „Dann bringe ich es mir eben bei“. Sie warten nicht auf den Traumjob, sie schaffen ihn sich selbst oder holen ihn sich, statt auf die Gnade des Chefs zu warten. Sie übernehmen Verantwortung für ihr Leben. Sie nörgeln und lamentieren – und verändern die Dinge, die sie stören. Später müssen sie sich von den „Opfern“ vorwerfen lassen, dass sie Glück gehabt hatten, dass sie ja genügend Zeit hatten und sie ja auch genügend Geld auftreiben konnten. Die Opfer hätten das auch gekonnt, wenn sie nur die Mittel gehabt hätten.

Der Wesentliche Unterschied zwischen Opfern und Gestalter ist im Wesentlichen eines: Ihr Weltbild. Die Überzeugung eines Opfers lautet: „Ich kann doch eh nichts ändern“. Der Glaubenssatz eines Gestalters lautet: „Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich“. Dieser Glaubenssatz ist wie eine Filter auf die Welt, mit der wir die Geschehnisse so wahrnehmen, wie wir es gemäß dieser Überzeugung interpretieren.

Der Spruch “Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen” trifft es ziemlich gut. Beide nehmen den Wind wahr, der eine sieht es aber als Bedrohung und baut eine Mauer, der andere sieht eine Chance und baut eine Windmühle.

„Never put the key to your happiness into someone else’s pocket”

Wir leben nur einmal. Und für dieses einmal müssen wir die Verantwortung selbst übernehmen und diese niemanden anders zustecken. Man kann Dinge ändern. Man muss nicht in Job XYZ bleiben. Nein, man ist nicht zu jung, zu alt um zu reisen. Nein, man kann sich die Zeit nehmen.

„Sei stärker als Deine Ausreden” 

Ich denke es benötigt 3 Dinge, um Gestalter zu sein: Mut, Ehrlichkeit zu sich selbst und die klare Überzeugung, dass nur man selbst für sich, seine Gefühle, seine berufliche, soziale, finanzielle etc. Situation verantwortlich ist.
Es benötigt Mut, denn Gestalter zu sein, bedeutet Entscheidungen zu treffen und nicht, zu warten bis sich die Situation mal von selbst klärt. Es benötigt Mut, denn es bedeutet häufig, auch nicht unbedingt das zu tun, was jeder tut, sondern zu seinen eigenen Überzeugungen und Wünschen zu stehen.
Es benötigt Ehrlichkeit zu sich selbst, denn wir bleiben nur allzugern in der eigenen Komfortzone und reden uns ein, dass es doch da auch schön kuschelig ist. Na klar wäre es jetzt cool, hier eine Rede zu halten. Aber das könnte ja auch schief gehen. Na klar wäre es cool, eine Weltreise zu machen, aber ich kann doch hier nicht einfach gehen. Na klar wäre es cool von überall aus zu arbeiten, aber… Aber, aber, aber. Allzu gerne legen wir uns mit Ausreden die Situation zurecht und hören nicht auf unsere innere Stimme.
Und es benötigt die klare Überzeugung für sich selbst verantwortlich zu sein, denn wir selbst sind die einzige Person, die uns definitiv bis zum Tod begleiten wird.
Ich denke diese 3 Zutaten braucht es und dann wird auch dieser Spruch wahr:
“People Will Always Tell You You Can’t. You Just Smile And Say, “Watch Me“”

“Je traivail pour acheter une voiture. J’achète ma voiture pour aller travailler”

Warum arbeiten wir? Warum arbeitest Du? Es lohnt sich einmal über den Gedanken eines regelmäßigen Einkommens hinaus, nachzudenken, warum wir eigentlich – Tag für Tag – arbeiten.

Arbeitszeit ist Lebenszeit

Immerhin verbringen wir einen Großteil unseres Lebens mit Arbeiten. Wir arbeiten mehr, als wir Zeit im „Urlaub” verbringen. Wir verbringen mehr Zeit mit Arbeitskollegen, als mit Freunden. Arbeitszeit ist Lebenszeit. Arbeit prägt einen, bestimmt mit welchen Leuten man zu tun hat, mit welchen Themen man sich befasst, bestimmt auch einen Großteil darüber, wie glücklich unser Leben verläuft. Es ist eines der wichtigsten Lebensbereiche. Umso wichtiger ist die Entscheidung darüber, was wir arbeiten und wie wir arbeiten.

„Scheiß Montag”

Wenn ich mich umhöre was Arbeit für viele bedeutet, so bedeutet Arbeit für viele Mittel zum Zweck. Muss halt gemacht werden, um Geld zu verdienen. Das eigentliche Leben beginnt danach. Nach der Stempeluhr. Am Wochenende. “Scheiß Montag, da gehts wieder arbeiten.” Arbeit wird vom eigentlichen Leben getrennt. Deshalb gibt es die Kategorie „Arbeit“. Das ist der Teil, der fremdbestimmt ist, der den man tun muss, um zu Leben. Die Agenda schreiben hier andere.

Und es gibt die Kategorie „Leben“. Hier ist man frei (= Freizeit), hier hat man den Spaß, hier darf man tun und lassen was man will. Hier schreibt keiner einem was vor.

Diese Trennung verstehe ich nicht und ergibt für mich keinen Sinn. Warum sollten man einen so wichtigen Teil des Lebens so betrachten, als sei es kein Bestandteil davon? Warum sollte jeder Montag in unserem Leben ein schlechterer Tag sein, als die anderen Wochentage?

„Mondays aren’t so bad, it’s your job that sucks!“

Ich finde, Arbeit sollte nicht im Konflikt mit dem Leben stehen und daher in eine Balance gebracht werden müssen (Work-Life-Balance), sondern in Harmonie gebracht werden. Arbeit muss zu einem passen. Sie muss für einen Sinn ergeben. Muss mit eigenen Werten übereinstimmen, mit eigenen Wünschen und Träumen. So lebt man authentisch und verbringt sein Leben mit den eigenen Themen – nicht denen anderer.

Was willst Du überhaupt?

Um eine Harmonie zwischen dem eigenen Leben und der Arbeit herzustellen, muss man natürlich erstmal wissen, was man vom Leben will. Was machen wir gerne? Woraus soll unser Leben bestehen? Was ist das Motto unseres Lebens und wie sollte daher unsere Arbeit aussehen? Es geht darum, erst einmal herauszufinden, wie man tickt, was einem wichtig ist, was die Werte und Motivatoren sind, die einen antreiben. Erst dann kann man die Suche nach der richtigen Arbeit angehen.

Sehr erhellend finde ich die Frage, was wir machen würden, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Wie sähe unser Leben, unsere Arbeit dann aus? Wie würden wir unseren Tag dann gestalten? Was wäre, wenn es keine Rolle spielt, was andere von einem denken, sei es Familie, seien es Freunde oder die Gesellschaft? Was würden wir dann tun?

Wenn ich diese Überlegungen mit anderen anstellen, kommen häufig höchst interessante Lebensentwürfe heraus, die meist nur wenig mit dem eigentlichen Leben dieser Person zusammenhängt. Ein häufiger Grund die Überlegungen bzw. diese Lebensträume nicht zu verfolgen, dass sei zu naiv oder gar nicht möglich. Ich bin der festen Überzeugung: “Es ist nicht naiv zu glauben, man können tun, was man liebt. Es ist naiv zu glauben, es würde uns retten, es nicht zu tun.“ (Catharina Bruns aus „Work is not a job“)

Gute Literatur oder weiterführende Infos hierzu:
– Work is not a job – Catharina Bruns
– Hört auf zu arbeiten – Anja Förster, Peter Kreuz
What if money was no object?