Monday, 17 April 2017

einfach. machen.

Unser Unternehmens Slogan ist vieles in einem: Team Mantra, Versprechen an unsere Kunden, Appell an einen Selbst, Key Learning auf was es ankommt, nämlich:

„einfach. machen.“

Wir meinen damit viel mehr als Dinge einfach mal anzupacken, es geht uns auch um mehr Einfachheit in unserer komplexen Welt.

Ich habe mich mal mit dem „Anpacken“ auseinandergesetzt und mich gefragt, was einen eigentlich hindert  „einfach mal zu machen“?

Denn ich finde das könnte wir (besonders in Deutschland) viel öfter mal zu Herzen nehmen. Wir brauchen mehr Initiative, mehr Aktivität und mehr Einmischer.

Ich glaube es gibt mindestens diese 3 Hindernisse:

  • keine Ahnung was die Zukunft bringt und trotzdem alles bis ins Detail planen wollen
  • Perfektionismus bzw. die Ausrede, dass man erst noch X oder Y braucht, damit man anfangen kann
  • Angst davor, sich falsch entscheiden zu können

„Mein Leben war voller Probleme, von denen die meisten nicht eintraten.“

Auch wenn wir in unserem StartUp den Anspruch hatten, nicht alles zu überdenken, so hab ich mich doch dabei ertappt, doch wieder zu schauen, dass unser System super für alle möglichsten Anforderung passen wird und alle Unwägbarkeiten auf dem Schirm haben und wir auf jede Frage ne Antwort haben. Habe letztlich Probleme gelöst, die eventuell gar nie auftreten werden. Wozu eigentlich? Wer sagt, dass das alles so bleiben wird? Wer sagt, dass wir auf Anhieb überall richtig liegen, wie unser Produkt eingesetzt wird.

Learning deshalb: Lös die Probleme von heute. Nicht die von morgen! Ignoriere die von morgen sogar, vielleicht ist das einfach vergeudete Zeit. Auch da hilft der Ansatz: „einfach mal machen“ und nicht Detailprobleme lösen, die vielleicht gar keine sind. Mit dem dann gemachten lernt man so viel für alles weitere und darum gehts! Und dass man dann nicht auf jedes Frage eine Antwort hat, damit muss man nun mal umgehen lernen.

Und nicht falsch verstehen: Planung und Durchdenken macht schon Sinn. Nur halt nicht immer. Die Faustregel ist die: je tiefer man in die Zukunft schaut und unter je unsichereren Bedingungen eine Entscheidung getroffen wird, desto nutzloser ist das Durchdenken und Planen.

 

„Es ist besser unvollkommen anzupacken, als perfekt zu zögern“

Oft hält einen der Gedanke zurück, dass man doch noch nicht alles kann oder hat um anfangen können. Das dient dann häufig als Ausrede, um einfach gar nicht anzufangen („erst wenn ich XY kann oder YZ habe, kann ich…“).

Da sage ich: fang lieber an, erzeuge einen ersten kleinen Prototypen bzw. schaffe erste Tatsachen, das motiviert einen selber man verpflichtet sich schon ein wenig auf die Entscheidung, und auf viele Probleme bekommt man dann auf dem Weg die Lösungen, weil man Leute gefunden hat, die das auch toll finden, was man macht oder einfach weil man sich selber Dinge aneignet. Getreu dem Motto: Wer will findet Wege, wer nicht will findet Ausreden. Niemand kann alles. Lieber mit den begrenzten Ressourcen, die man hat, überhaupt starten, als, dass sich das Vorhaben in Luft auflöst.

Wer was ändern will, muss starten, auch wenn er noch nicht vollkommen ist und schon alles hat um zu starten.

„… dass diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist“ – GWE Hegel

Schockstarre. Nicht entscheiden können. Warten bis das Schlimmste vorüber ist. Lieber den anderen den Vorrang lassen. Das ist das Gegenteil von einfach machen. Es ist gelebte Passivität.

Einfach machen ist das: aktives Entscheiden und Tun, mit voller Übernahme von Verantwortung für die Entscheidung und Mut sie jetzt auch einfach zu treffen. Wir hatten jetzt schon echt viele Situationen, wo die Entscheidung wirklich nicht einfach war und wir ewig mit uns gerungen haben. Oft hat die Diskussion dann so geendet:

Gründer 1: „Sicher?“
Gründer 2: „Ach komm ja, einfach machen!“

Lieber eine vielleicht nicht so tolle Entscheidung getroffen, als gar keine. Und lieber das Wagnis wagen, die Komfortzone verlassen und dazu lernen, als zu hoffen, dass schon alles gut gehen wird und der Bombenhagel uns schon nicht treffen wird. Oft gibt es nun mal nur die Wahl zwischen schlecht oder schlechter und warten macht die Sache nicht besser.

 

Deswegen…

Auf den Punkt gebracht heißt „einfach machen“ also: Mehr Wagnis, Verantwortung übernehmen, Aktivität, keine Ausreden, dass man noch auf X oder Y warten muss.

In diesem Sinne:

Machen ist wie wollen – nur krasser!

2016

July 2016

Saturday, 30 July 2016

„Na, wie ist’s so?“

Seit gut 4 Monate arbeite ich Vollzeit an meinem StartUp.

Einige alte Kollegen habe ich nun wieder getroffen und fragen nach – und ich selber frage mich: „Na, wie ist’s so?“

Um es in einem Wort zu sagen: fu**** intensiv!

 

Unglaublich lehrreich

Ich lerne so enorm viel. In den letzten Monaten war das in den Bereichen: Überzeugen, gelassen-bleiben, Verträge gestalten, Entscheidungen treffen, das Steuerrecht verstehen, „groß-denken“, mit Stress umgehen, Software-Architektur, „eine GmbH gründen“, Verhandeln, unternehmerisch zu denken, zu führen und zwischen den Zeilen: knallhartes Priorisieren… Ich hatte es schon vorher gewusst, aber jetzt wird es mir es richtig klar: Ein Unternehmen zu gründen und sich dort reinzuhängen ist mindestens so viel Wert wie ein MBA. Und das Schöne dabei, man lernt es auch gleich praktisch, macht Fehler und diese Erfahrungen sitzen.

Umso besser sind die Learnings mit guten Mentoren und Coaches. Ich bin super froh, um die Unterstützung der innoWerft, Techfounders und anderen erfolgreichen Unternehmern in meinem Bekanntenkreis.

Das schätze ich auch sehr: man lernt viele außergewöhnliche Leute kennen. Mir wird immer klarer warum viele erfolgreiche Leute sagen: „Wenn Du der Klügste im Raum bist, bist Du im falschen Raum“.

 

Unglaublich abwechslungsreich

Kein Tag gleicht dem anderen. Am einen sitzt man beim Notar am nächsten auf der Messe, führt „Vorstellungsgespräche“ oder arbeitet mit Jogging Hose auf dem Sofa. Auf die Frage wie sieht unser Alltag aus habe ich gar keine richtige Antwort. Denn jeder Tag ist anders. Das ist schön, aber auch schwierig. Auf jeden Fall reise ich viel mehr. Auch schön, auch anstrengend :-)

Eine interessante Beobachtung finde ich, dass ich Freitag abends noch Energie habe und das obwohl ich mehr arbeite als vorher. Vielleicht ändert sich das noch aber die letzten Wochen fühlte ich mich nie so richtig schlapp, ausser es hat definitiv der Schlaf gefehlt.

Insgesamt verschmelzen privat und geschäftlich gerade ziemlich, was ich grade aber gar nicht so schlimm finde, denn geschäftlich fühlt sich teilweise ja auch recht privat an.

 

Unglaublich schnell

Innerhalb kürzester Zeit ist unser Team gewachsen. Haben 3 Projekte am laufen, sind häufig in Walldorf, häufig in München, häufig auf der Strasse. Die Dinge passieren so schnell, dass man gar keine Zeit hat drüber nachzudenken. Die Arbeitsaufgabe ändert sich: von Coden und Konzeptionieren hin zu kommunizieren, führen und koordinineren. Es gilt schnell zu handeln und seine Rolle stets zu überdenken und der Situation anzupassen. Schnell zu entscheiden, Gas zu geben.

Die Zeit vergeht bis EXIST rum is. Danach sollte ein Investor gefunden sein oder wir „Bootstrappen“ weiter, finanzieren uns also selber aus dem Cash Flow. Das gibt starken Antrieb.

 

Unglaublich einfach sich zu verlieren

Man hat so viele ToDos. So viel was man tun muss, sollte und will. Es ist wunderbar einfach sich im Detail zu verlieren, oder die falschen Sachen zu machen. Man kann den ganzen Tag beschäftigt sein und das Gefühl haben nicht voranzukommen. Knallhartes fokussieren ist unglaublich wichtig und lernt man zwangsweise auch.

 

Blick in die Zukunft

Für mich ist eins klar: in diese Richtung möchte ich. Mir gefällt das unglaublich kreative ein Produkt, ein Geschäftsmodell und eine Firma auf der grünen Wiese hochzuziehen und „Design“-Entscheidungen zu treffen. Neues zu denken, das es noch nicht gibt. Mir gefällt es neue Technologien kennenzulernen und zu überlegen was man daraus machen könnte. Mir gefällt es mit Talenten zu arbeiten, die richtig was auf dem Kasten haben und Bock haben was zu erreichen und voller Lebenslust, Motivation und Antrieb sind. Wo und wie es langfristig weitergeht, kein Plan. Aber: ich bin für mich auf dem richtigen Weg und versuche jetzt erstmal was geiles aus aucobo zu machen.

January 2016

Thursday, 14 January 2016

Was ich die letzten Wochen in meiner (noch jungen) Unternehmer-Karriere gelernt habe

Meine Unternehmer Karriere ist jetzt zwar noch nicht sooo mega alt, aber vielleicht sind ja genau deswegen die Learnings ganz interessant, da quasi „brandneu“.

Unternehmersein heißt: Viele ups- und downs und einfach machen!

Viele Gründer und Unternehmer haben es mir schon gesagt und es steht überall. Als Unternehmer wechseln sich die „alles-saugeil“ (=übertriebene Freude) und die „total-scheiß“-Momente (=übertriebene Depristimmung) ständig ab. Irgendwie wusste ich also, dass das kommt, aber es ist doch nochmal was anderes, wenn man es mal selbst erlebt. Es schafft eine ganz andere „Lernerfahrung“, als es einfach zu lesen oder zu hören. Und die Lernerfahrung ist ganz einfach seine Emotionen besser einzuschätzen.
Learning:
1. Geh durch  die „total-scheiß“-Momente einfach hindurch. Nicht entmutigen lassen, zu sich sagen: okay, dann ist das jetzt halt so. Was machen wir jetzt anders? Wichtig ist nur, das jeweils nicht zu ernst zu nehmen: Downs sind die nicht das Ende.
2. Genieße die Ups, aber bleib auf dem Boden der Tatsachen. Allzu schnell denkt man, dass ja jetzt alle geschafft ist und man jetzt den Durchbruch kurz vor sich hat. Das treibt zwar an, aber besser man checkt nochmal das Gesamtbild.
3. Unternehmersein heißt Achterbahn fahren. Ist halt so. Alles hinwerfen wollen und übermütig sein gehört dazu. Das Leben als Unternehmer ist halt nicht langweilig.

Mach kein Geheimnis aus Deiner Idee!

Das Learning ist zwar schon älter, aber ich merk es immer wieder wenn ich ganz frische Gründer treffe, die mir einfach nicht verraten wollen was ihre Idee ist. Und auch oft wenn ich gefragt werde, höre ich „ja darf ich denn überhaupt von Deiner Idee erfahren“. Am Anfang meiner Unternehmer-Karriere hatte ich damit auch öfter mal mit „Nein“ geantwortet. Vor Angst, dass mir mein Gegenüber meine Idee „klaut“, oder er sie nicht gut findet.
Learning:
Das ist absoluter Bullshit! Aus 2 Gründen:
1. 99,9% der Gegenüber werden die Idee niemals klauen, weil entweder gar nicht selbstständig werden wollen, mit anderen Dingen beschäftigt sind, sich nicht trauen, die Idee gar nicht gut finden oder einfach schlicht treue Seelen sind.
2. Fast immer wurde ich durch Feedback der anderen Person bereichert. Ich habe Schwachstellen in der Idee entdeckt, neue Potenziale entdeckt, einen wertvollen Kontakt vermittelt bekommen, oder gemerkt, dass ich meine Idee anders Pitchen muss, damit sie verständlich rüberkommt. Das hätte ich niemals geschafft, hätte ich meine Idee im stillen Kämmerlein vor mich hinentwickelt und nur mit meinem Mitgründer darübergesprochen. Deswegen: Teile Deine Ideen!
 

Networking, Networking, Networking

Die einzigen 3 Aktivitäten, die man eigentlich ständig machen sollte, sind 3 Dinge: 1. Networking, 2. Networking, 3. Networking. Sprüche wie „No contacts – no contracts!“ oder „Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat.“ sind sowas von wahr. Wie viele Leute ich/Michi schon kennenlernen durfte und wie viel uns die schon vorangebracht haben. Sei es um Rat oder Feedback zu bekommen, potenzielle Partner oder Mitarbeiter zu finden oder simpel auch einfach einen Kunden. Mindestens genauso schön ist es, selber Ratschläge zu teilen und helfen zu können. Erst durch Kontakte entsteht die Musik. Außerdem, macht es einfach Spaß neue, interessante Leute kennenzulerenen – zumindest mir :)
Learning:
Networking, networking, networking!

Mach das was Dich voranbringt

Gerade am Anfang einer neuen Idee hat man einen Haufen an Arbeit drum herum, Gründung, Recht, Steuern, Investoren, ach ja und Produktentwicklung. In der Frühphase hat man vieles im Kopf und will vieles mache. Zu allererst geht es aber darum, eine Idee und ein Konzept zu entwickeln, dass den Markt „outperformed“ und besser als der Wettbewerb ist und das verdammte Produkt einfach mal zu bauen. Bei uns ging mir anfangs zu viel Zeit für „drum-herum“ Sachen bei. Heißt: für Schreiben eines Business Plans, Besuch von Veranstaltungen, die aktuell gar nicht so wichtig sind. Es ist unglaublich schwer, sich auf das wirklich Wichtige zu fokussieren.
Learning:
Knallhart priorisieren. Möglichst nur am aktuellen Engpass arbeiten.

Unternehmersein ist geil

Seit ich an meiner eigenen Idee arbeite, hat sich viel verändert. Arbeit fühlt sich nicht mehr wie Arbeit an. Ich habe eine unheimlich steile Lernkurve, ich lebe intensiver und selbstbestimmter. Und für mich ganz persönlich fühlt es sich einfach richtiger an.
Learning: 
Probiere Dinge einfach aus, sonst kannst Du nicht wissen, ob sie was für Dich sind!