Sunday, 09 April 2017

„Everyone thinks of changing the world, but no one thinks of changing himself“ – Leo Tolstoi

Wenn mir jemand die Frage stellen würde, was DAS Thema ist, das mich am meisten interessiert und immer wieder beschäftigt, würde ich wahrscheinlich „Persönlichkeitsentwicklung“ antworten. Es bedeutet für mich meine Träume und Visionen wahr werden zu lassen, ein glückliches Leben zu führen, nie stehen zu bleiben und auch einfach ein guter Mensch zu sein, der (s)einen Sinn im Hier und Jetzt sieht und sein Leben selbst formt und nicht formen lässt. Ich finde: „Entwicklung“ ist Leben. Nicht-Entwickeln heißt stehen-bleiben, heißt in gewisser Weise auch: sterben.

Es ist mit einer der Gründe warum ich Unternehmer bin. Es war die Antwort auf die Frage: „Wie sollte mein Leben optimalerweise aussehen? Wo will ich stehen?“

Ich habe schon 1.000 Bücher dazu verschlungen, zig Videos dazu angesehen, ich habe sogar eine Zeit mal mit einem Coach daran gearbeitet und mit jedem der dafür empfänglich ist, rede ich darüber. Die Bücher die mich am meisten hier beeinflusst haben sind sicherlich:

  • Bücher die ich dem klassischen Persönlichkeitsentwicklung zuordnen würde:
    • simplify your life
    • 7 Wege zur Effektivität
    • Awaken the Giant within
  • Und zig Biografien, insbesondere die von
    • Steve Jobs
    • Richard Branson
    • Götz Werner
    • Elon Musk
    • Reinhold Messner
  • Und Bücher wie
    • Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer
    • Pass auf was Du denkst
    • Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft
    • Finding your element
    • The 4 hour work week
    • The escape manifesto – Quit your corporate job and do something different
    • Work is not a job
    • Steal like an artist
    • Die Macht der Disziplin
    • Emotional Intelligence
    • Raus aus Deiner Komfortzone
    • Connected – Die Macht sozialer Netzwerke

… um nur die guten zu nennen!

Wenn sich die Bücher auf etwas destillieren liesen, dann sind es meiner Meinung nach wesentlich diese „Werkzeuge“, damit man vorankommt. Also seinen Träumen näher kommt. Das sind für mich

  • hilfreiche Überzeugungen erlernen und begrenzende Überzeugungen ablegen
  • positive Gewohnheiten aufbauen und negative ablegen
  • neue (emotionale) Erfahrungen machen (=“raus aus der Komfortzone“)
  • förderliches soziales Umfeld

Es gibt einen Haufen von Büchern bestimmte Kompetenzen und Methoden aufzubauen etc. Die sind richtig und wichtig, aber um sich wirklich nachhaltig und im Kern zu entwickeln, muss man denke ich an diesen Themen arbeiten, denn sie wirken sich auf alles andere aus.

„Niemand kann aus seinem eigenen Selbstbild herauswachsen“ – Die Macht der eigenen Gedanken

Wenn man an einem Punkt arbeiten sollte, dann an diesem: Was denke ich? Welche Denkgewohnheiten habe ich? Was ist mein Gedankengefängnis? Welche Überzeugungen habe ich über mich, über meine Freunde, meine Familie, meine Vergangenheit, die Welt, die Menschen, Mitarbeiter, meine Partnerin?

Ich glaube nicht, dass man nur durch die Überzeugung: „ich schaffe das“ es auf jeden Fall schafft. Aber was ich glaube: wenn Du den Gedanken: „das schaffe ich nicht“ hast, begrenzt Dich dieser Glaube. Denn du ziehst es nicht mal in Erwägung zu probieren. Es ist eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.

Wenn ich glaube „Mitarbeiter sind faul und man muss sie kontrollieren“ dann wird man auch entsprechend handeln und sich in sofern begrenzen, dass man seine wertvolle Zeit mit kontrollieren der Mitarbeiter verbringt, statt sich um wichtigere Themen zu kümmern. Daneben beschert einen der Glaubenssatz Mitarbeiter, die sich auch genauso verhalten werden, wie man es erwartet.

Ich habe schon häufig Leute in ihrem Gedankengefängnis beobachtet und finde es teilweise echt schrecklich zu sehen. Da sind erwachsene Menschen, offensichtlich gefangen in ihrem Glauben.

So ist unser ganzer Entscheidungsfindungsprozess Tag für Tag das Ergebnis von dem was uns im Kopf vor sich geht.

Es ist sicherlich nicht die einfachste Sache die eigenen Glaubenssätze überhaupt erst mal wahrzunehmen, kennenzulernen oder gar diese zu verändern. Aber es gibt Wege und in jedem Fall ist die Entwicklung hilfreicher Glaubenssätze, die einen seinen Träumen näher bringen, einer der mächtigsten Werkzeuge zur Veränderung und Weiterentwicklung. Vielleicht werde ich darüber auch mal einen Blog Post verlieren.

„Motivation is what gets you started, habbit is what keeps you going“ – Die Macht der Gewohnheiten

Die allerwenigsten unserer Handlungen sind bewusst gesteuert, sondern laufen automatisch ab. So gern wir als Menschen uns als verstandsgesteuerte Lebewesen sehen möchten, so wenig hat das mit der Realität zu tun. Wir handeln unterbewusst, einfach weil wir so oder so konditioniert sind oder weil wir das schon immer so gemacht haben.

Gewohnheiten sind gut für uns. Sie reduzieren unsere „Entscheidungs“-Komplexität. Wir müssen dann nicht ständig nachdenken, ob wir dieses oder jenes machen. Wir machen es einfach. Die Macht der Gewohnheit ist also vor allen Dingen die, dass man keine „Entscheidungs“-Energie mehr benötigt, um sich z.B. für den Sport zu entscheiden o.ä. Man muss den Kampf mit dem Schweinehund nicht ständig austragen, sondern nur in der Phase in der die Gewohnheit aufgebaut wird.

Wenn wir an unsere Fahrschulzeit denken, als das Gänge-Schalten, den Schulterblick und die Verkehrszeichen erstmal in die richtige Reihenfolge bringen musste und uns ins Schwitzen brachte, so locker flockig machen wir das heute. Das ist die Macht der Gewohnheit.

Und Gewohnheiten gibt es viele: Sei es immer in das Auto zu steigen, auch wenn es nur 500 m Fußweg wären, sei es, als Belohnung was geiles zum Essen zu machen, sei es abends mit dem Smartphone in der Hand sinnlos im Internet zu verbringen. Solche Dinge laufen unterbewusst ab und sie gibt es zu hauf. Manchmal sind sie förderlich und bringen uns unseren Zielen näher, manchmal nicht.

Genauso wie bei den Glaubenssätzen ist es wichtig überhaupt erstmal seine schlechten Gewohnheiten wahrzunehmen und durch positive zu ersetzen, oder ganz allgemein positive anzufangen.

Auch das entwickeln von Gewohnheiten ist nicht so einfach, jedoch wesentlich einfacher als das Thema Glaubenssätze. Und man hat wesentlich greifbarere Ergebnisse.

„A mind stretched by a new experience can never go back to its old dimensions“ – Die Macht der Erfahrung

Man kann viel aus Büchern lernen. Oder Leute können einem erzählen wie es so ist Unternehmer zu sein oder Papa zu sein. Das echte Lernen findet aber nicht beim Lesen statt, sondern beim erleben.

Ja klar, ich lese in allen Büchern und jeder hat mir gesagt, dass ich als Gründer viele Entscheidungen treffen muss, wo die Sachlage alles andere als einfach oder klar ist. Aber es jetzt zu erleben lässt mich „echt“ lernen. Lehrt mir echte Entscheidungskompetenz. Lehrt mir überhaupt Entscheidungen zu treffen, und zu trennen zwischen „was ist sicher“ und „was ist unsicher“ etc. Ich Nachhinein betrachtet hilft mir das Buch nur wenig.

Echtes, „emotionales“ Lernen um z.B. gute Entscheidungen zu treffen, erlernt man nur wenn man mal die Komfortzone verlässt. Mal was unbequemes macht, mal ein unbequemes Gespräch führt. Mal eine neue Kultur sieht, mal eine neue Sichtweise erkennt, mal nen neuen Job ausprobiert, mal ne zeitlang die andere Hand zum Essen nimmt, mal ins Ausland fährt. Umwege erhöhen nun mal die Ortskenntnis.

Oder wundert es etwa, dass Weltreisende oder Studenten die im Ausland waren, „danach“ ein anderer Mensch sind? Oder ein Weltraumfahrer unser Leben hier auf der Erde anders sieht, als wir, die die Erfahrung aus der Internationalen Raumfahrtstation zu schauen nicht haben?

Das alles bereichert nicht nur unser Leben sondern hilft uns bessere Entscheidungen zu treffen und unseren Erfahrungsschatz zu erweitern und auch scheinbar schwierige Situationen zu meistern. Es hilft alles lesen der Welt nichts, wir müssen schon erleben!

„You cannot hang out with negative people and expect to live a positive life“ – Die Macht des Umfelds

Es gibt Menschen die tun einem gut. Man fühlt sich wohl mit ihnen, sie strahlen etwas Positives aus, sie bringen einen auf positive Gedanken, ermuntern einen seine Träume zu verfolgen. Sie haben eine Lebensbejahende Einstellung und geben der Gesellschaft etwas.

Und es gibt Menschen die tuen einem nicht gut. Man hat ein mulmiges Gefühl mit ihnen, sie strahlen eher Negativität aus und sie lachen über Deine Träume und sind „Naysayer“ („das wird doch nie was“, „ich will keine Veränderung“, „so ein Quatsch!“).

Ich glaube, dass das etwas ist, was wir häufig unterschätzen: die unterbewusste Beeinflussung des Umfelds. Im Buch „Connected“ ist von einigen Studien die Rede, die das belegen:

– Wenn ein Raucher unser Umfeld eintritt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir Rauchen
– unser Einkommen ist ziemlich genau der Durchschnitt der 6 Leute um uns herum mit denen wir am meisten zu tun haben
– wird eine Frau im Umfeld schwanger, steigt die Wahrscheinlichkeit dass andere Frauen im Umfeld schwanger werden
– ein depressives Umfeld führt zu depressiver Eigenstimmung

Wir imitieren unser Umfeld. Wir unterliegen dem Gruppenzwang. Und der kann auch positiv sein. Der Kumpel fängt an Sport zu machen? Gute Idee. Sollte ich auch mal machen. Alle Freunde achten auf die Ernährung: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man das dann auch bald selber tut.

Was lernt man daraus? Was ich im Kern denke, dass man sich vor allen Dingen positiven Leuten umgeben sollte. Leute die einen fördern, fordern, gut drauf sind, die man mag.

Ich sage nicht: Dass man nicht mit Rauchern oder nicht mit depressiven Leuten abhängen sollte usw. Allerdings sollten man schon bewusst schauen, mit wem man sich gerne umgibt und auch bewusst den Kontakt zu diesen Menschen suchen. Denn unser „social screening“ läuft ebenso unterbewusst hab.

Okay, und jetzt?!

Wie oben gesagt, das sind m.E. nur die Werkzeuge, um den eigenen Träumen näher zukommen. Im Wesentlichen muss man auch erstmal wissen, wo es hingehen soll. Vielleicht widme ich mich mal in einem anderen Blog Post diesem Thema. Aber ich musste, auch für mich selber einfach mal aufschreiben, was mir da so im Kopf rumgeistert.

 

Leseempfehlungen:

  • „Die 7 Wege zur Effektivität“ v. Stephen R. Covey,
  • „The Element – How finding your passion changes everything“ v. Ken Robinson,
  • „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ v. Stefan Merath
  • „Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft“